Wie Unternehmen aktive Mobilität fördern können
Aktive Mobilität steigert nachweislich Motivation, Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit von Mitarbeitenden. Der tägliche Arbeitsweg mit dem Auto hingegen verursacht Verkehr, Emissionen, Kosten und Stress. Warum also bezahlen Unternehmen Fitnessstudio-Zuschüsse, investieren aber nicht in einen aktiven Arbeitsweg? Wie können Unternehmen Anreize setzen, um die Mobilität der Mitarbeitenden nachhaltig und attraktiv zu gestalten?
Im INTERREG-Projekt NetWorkMob beschäftigen wir uns mit genau diesen Themen: Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Verbot des Autos, sondern die Frage: Welche Alternativen machen den Arbeitsweg einfacher, gesünder und klimafreundlicher? Besonders klimafreundliche und aktive Mobilität bietet dabei großes Potenzial. Wer mit dem Fahrrad fährt, zu Fuß geht oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt, reduziert CO₂-Emissionen, bewegt sich mehr und startet oft wacher in den Arbeitstag. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von weniger Parkplatzdruck, gesünderen Mitarbeitenden und einem verantwortungsvollen Image.
Ein guter Beginn für Unternehmen, die Interesse haben, Betriebliches Mobilitätsmanagement bei sich zu etablieren, ist eine erste Analyse: Wie kommen Mitarbeitende aktuell zur Arbeit? Welche Hindernisse gibt es? Fehlen sichere Fahrradabstellplätze, Möglichkeiten, sich vor der Arbeit noch einmal frisch zu machen, Jobtickets oder flexible Arbeitszeiten? Oft sind es nicht große Investitionen, sondern praktische Verbesserungen, die den Unterschied machen. Der im Projekt NetWorkMob entwickelte BMM-Check Light bietet den idealen Einstieg für eine erste Analyse.
Mögliche Lösungsansätze, die daraus entstehen können, sind zum Beispiel:
- Jobrad oder Fahrrad-Leasing als attraktiver Benefit
- sichere und überdachte Fahrradabstellplätze
- Duschen, Umkleiden und Spinde für aktive Pendler:innen
- Jobtickets oder Zuschüsse für den öffentlichen Verkehr
- Fahrgemeinschaften und Mobilitäts-Apps zur besseren Vernetzung
- flexible Arbeitszeiten und Homeoffice, um Stoßzeiten zu vermeiden
- Aktionstage, Radfahr-Challenges oder Mobilitätswochen, die zum Ausprobieren motivieren und den internen Zusammenhalt fördern
Wichtig ist: Betriebliches Mobilitätsmanagement funktioniert dann besonders gut, wenn Mitarbeitende einbezogen werden. Wer ihre Bedürfnisse kennt, entwickelt Angebote, die wirklich genutzt werden. Außerdem entsteht so ein kollektives Bewusstsein dafür, dass Mobilität mehr ist als der Weg von A nach B.
Nachhaltige Mobilität kann Spaß machen, die Gesundheit fördern und den Arbeitsalltag entspannter gestalten. Unternehmen, die sich damit beschäftigen, investieren nicht nur in Klimaschutz, sondern auch in die Lebensqualität und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden. Betriebliches Mobilitätsmanagement ist deshalb kein Zusatzthema, sondern eine Chance: für Mitarbeitende, Unternehmen und die Umwelt gleichermaßen.
Am 23. Juli 2026 führen wir zum Thema "Aktive Mobilität als Unternehmen fördern" eine Netzwerkveranstaltung in Innsbruck durch. Bei Interesse meldet euch bei Lisa Keiler, l.keiler@regio-il.at.
Zum grenzüberschreitenden INTERREG VI-A Italien-Österreich-Projekt NetWorkMob:
Im Projekt NetWorkMob bauen wir gemeinsam mit unseren Projektpartner:innen ein grenzüberschreitendes Netzwerk auf, das den Austausch von Wissen und Kompetenzen in Betriebe gezielt gefördert. Unter der Leitung von Klimabündnis Tirol, Regionalmanagement Innsbruck-Land, Regional Management LAG Pustertal, Plattform Land und Ökoinstitut Südtirol werden so gemeinsam innovative Lösungen für ein zukunftsfähiges betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) entwickelt.
Weitere Informationen zu NetWorkMob gibt es auf unserer Website:
https://www.regio-il.at/networkmob/