Vom Gießkannenprinzip zur Wirkung: Betriebliche Mobilität datenbasiert steuern
Am 16. April 2026 drehte sich in der Wirtschaftskammer Innsbruck alles um die Frage, wie Unternehmen ihre betriebliche Mobilität gezielt und wirksam gestalten können. Unter dem Titel „Vom Gießkannenprinzip zur Wirkung – Betriebliche Mobilität datenbasiert steuern“ kamen engagierte Unternehmensvertreter:innen und Projektpartner:innen zusammen, um sich über konkrete Ansätze auszutauschen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des grenzüberschreitenden INTERREG-Projekts NetWorkMob statt, das vom Regionalmanagement Innsbruck-Land gemeinsam mit dem Klimabündnis Tirol und Partnern aus Südtirol umgesetzt wird.
Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, wie relevant Betriebliches Mobilitätsmanagement für Unternehmen ist. Denn dort, wo täglich viele Arbeits- und Dienstwege entstehen, liegt auch ein großes Potenzial zur Reduktion von Emissionen. Gleichzeitig geht es nicht nur um Klimaschutz: Gut aufgesetzte Mobilitätsmaßnahmen können auch die Zufriedenheit und Gesundheit von Mitarbeitenden erhöhen und Standorte attraktiver machen.
Damit Maßnahmen jedoch nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden, sondern tatsächlich Wirkung entfalten, braucht es vor allem eines: eine fundierte, datenbasierte Grundlage. Denn entscheidend ist ein strategischer, datenbasierter Zugang, der Bedarfe sichtbar macht und die Wirkung von Benefits und Maßnahmen überprüfbar werden lässt.
Daten als Basis für wirksames Betriebliches Mobilitätsmanagement
Im Zentrum der Veranstaltung standen zentrale Fragen, die viele Unternehmen aktuell beschäftigen:
- Wie lässt sich das Mobilitätsverhalten von Mitarbeitenden erfassen?
- Wie können daraus gezielte Mobilitätsmaßnahmen entstehen?
- Welche Anreize fördern nachhaltige Arbeitswege?
- Welche digitalen Tools unterstützen Unternehmen dabei?
Spannende Impulse lieferten dazu Marlene Doiber und Julia Schmid vom Forschungs- und Beratungsunternehmen tbw research in Wien. Anhand des Forschungsprojekts MobiTOOLS zeigten sie, wie eine belastbare Wissensbasis durch partizipative Methoden wie Befragungen und Interviews geschaffen werden kann, um Mobilitätsverhalten im Unternehmen besser zu verstehen. Deutlich wurde dabei auch, dass wirksames Betriebliches Mobilitätsmanagement nicht nur auf Daten, sondern ebenso auf verhaltensökonomischen Erkenntnissen und gezielter Kommunikation beruht.
Ergänzt wurde dieser Input durch Benedikt Kramer von vionmo in Innsbruck, der ein digitales Tool zur Erfassung der Mobilität von Mitarbeitenden vorstellte. Der Vortrag machte deutlich, wie digitale, niederschwellige Lösungen Unternehmen dabei unterstützen können, Mobilitätsdaten strukturiert zu erheben und daraus konkrete Handlungsschritte abzuleiten.
Nach den Vorträgen wurde die Diskussion an Thementischen fortgesetzt. Dort nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Fragen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und konkrete Herausforderungen aus der Praxis zu besprechen.
Fazit
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass datenbasiertes Betriebliches Mobilitätsmanagement weit mehr ist als ein technisches Instrument: Es ist eine wichtige Grundlage, um Mobilität in Unternehmen ressourcenschonend und bedarfsorientiert zu gestalten. Der Nachmittag in Innsbruck hat dafür Impulse geliefert – praxisnah und mit Akteur:innen, die das Thema weiter voranbringen wollen.
Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit zu Betrieblichem Mobilitätsmanagement mit engagierten Unternehmen aus unserer Region!