Nachhaltigkeit und Klimawandelanpassung mit der Saatgutbibliothek Innsbruck-Land

Das Projekt richtet sich an die Bewohnerinnen und Bewohner und an Einrichtungen im Einzugsbereich des Regio IL, die an der ökologisch verträglichen Gestaltung ihres Lebensumfeldes auch unter Berücksichtigung lokaler Samenressourcen aus der Genbank des Landes Tirol Interesse haben. Als Projektschmiede werden Grundlagen für einen nachhaltigen und ökologisch verträglichen Umgang mit der Lebensgrundlage Samen und Saatgut gelegt, indem das Wissen und das Knowhow über ökologisch verträgliche Samenvermehrung zugänglich gemacht werden und dadurch das Bewusstsein für standortangepasste und dem Klimawandel Rechnung tragende Pflanzauswahl für den Anbau im privaten Bereich gestärkt wird. In der Saatgutbibliothek können Saatgutentlehnerinnen und -entlehner kostenlos Saatgutentlehnen und dieses anbauen. Im Zuge des Anbaues gewonnenes Samenmaterial soll zukünftig der Saatgutbibliothek für einen lokalen Samenkreislauf zu einem Teil wieder zur Verfügung gestellt werden.

Durch dieses Angebot der Bibliotheken der Region werden neue Zielgruppen für die Bibliotheken erreicht. Speziell junge und städtisch geprägte Menschen sollen für die heiklen Thematiken Ernährungssouveränität, Samen, Saatgut, Herkunft und Qualität sensibilisiert werden. Gleichzeitig kann mit der Saatgutbibliothek zum Erhalt und zur Verbreitung regionalen Saatgutes traditioneller heimischer Pflanzen, insbesondere von Nutz- und Nahrungspflanzen, beigetragen werden. Durch den Aufbau eines Angebotskataloges für die Saatgutbibliotheken mit regionalen samenfesten und klimaresistenten Nutzpflanzensorten und mit Samen von heimischen Blütenpflanzen wird zur Förderung der Biodiversität in der Region beigetragen.

Es besteht Interesse von weiteren Bibliotheken im Einzugsbereich des FWZ IL, an der Saatgutbibliothek teilzunehmen. Die 13 derzeit teilnehmenden öffentlichen Bibliotheken werden in den nächsten beiden Jahren die fachliche und organisatorische Unterstützung auf Expertenniveau benötigen, da Samenvermehrung zwar eine essenzielle Lebensgrundlage ist, das Wissen und die Fertigkeiten darüber jedoch nicht mehr allgemeinverbreitet sind. Speziell der Aufbau von lokalen Samenkreisläufen auf der Basis von Samentausch erfordert intensive Betreuung, um gesetzliche Grenzen einerseits und qualitative Anforderungen andererseits berücksichtigen zu können. Beide Punkte sind wesentliche Voraussetzungen zur Erreichung des Nachhaltigkeits- und Biodiversitätszieles der Saatgutbibliothek. Sie sind damit Voraussetzung für die nachhaltige Etablierung der Saatgutbibliotheken in den teilnehmenden Einrichtungen im Einzugsbereich des FWZ IL.

Saatgutentlehnerinnen und Saatgutentlehner brauchen Erfolge bei Anbau und Vermehrung von Samen, damit die Saatgutbibliothek durch den lokalen Samenkreislauf weitergetragen wird. Das Wissen und die Fertigkeiten zur Gewinnung von sauberen und reinen Samen sind dafür der entscheidende Punkt. Bei den teilnehmenden Einrichtungen besteht der Wunsch nach einem umfangreicheren Sorten- und Herkünfte Angebot. Dieses muss erst aufgebaut werden. Bei Samen von heimischen Blütenpflanzen, deren vermehrtes Vorkommen im privaten und öffentlichen Grünraum für die Biodiversität wichtig ist, müssen Wege zu einem regionalen Angebot ersterschlossen werden. Aufgrund des nur kurzen Zeitfensters für die Saatgutbibliothek im Frühjahr 2025 fehlen Strukturen und projektmäßig vorbereitete Arbeitsgrundlagen. Diese müssen jetzt ausgearbeitet werden. Sie sind die Basis, um die Saatgutbibliothek mittelfristig organisatorisch und fachlich in den Einrichtungen im Einzugsbereich des FWZ IL zu etablieren.

Das Projekt wird mit Mitteln von Bund, Land und Europäischer Union finanziert.

Projektträger: Regionalmanagement Innsbruck-Land

Laufzeit: 22.09.2025 – 24.09.2027

Projektvolumen: € 32.517,48