Noamol 2.0 - Kommunales Re-Use-Konzept

Mit noamol 2.0 – Kommunales Re-Use Konzept wird in Tirol ein neuer, geordneter und rechtssicherer Ansatz zur Förderung der Wiederverwendung (Re-Use) umgesetzt. Ziel ist die Errichtung von 20 Re-Use-Abgabestellen an den größten und meistfrequentierten Recyclinghöfen der Bezirke Innsbruck-Land und Schwaz. Die Standorte sind so gewählt, dass eine bestmögliche Abdeckung der Bevölkerung gewährleistet ist. Damit erhalten Bürger:innen erstmals einen flächendeckenden, niederschwelligen Zugang zur Abgabe gebrauchsfähiger Gegenstände. Die Abgabestellen werden bewusst klar, sichtbar und einladend gestaltet. Bürger:innen können dort einfach und unkompliziert wiederverwendbare Waren abgeben. Das Recyclinghofpersonal übernimmt die Gegenstände unter Aufsicht, führt eine erste Sichtkontrolle durch und lagert diese ordnungsgemäß in vorgesehenen Bereichen. Von dort erfolgt die regelmäßige Abholung durch Sozialökonomische Betriebe (SÖBs), die Sortierung, gegebenenfalls Reparatur und die Vorbereitung zur Wiederverwendung übernehmen.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu bisherigen punktuellen Initiativen (Tauschecken, noamol-Boxen, einmalige Sammelaktionstage) ist die professionelle Koordination aller Akteure: Gemeinden, Recyclinghofmitarbeiter:innen und SÖBs werden in einem strukturierten Prozess eingebunden, wodurch Rechtssicherheit und ein geordneter Ablauf gewährleistet sind. Für die Gemeinden entstehen keine zusätzlichen Kosten – die Bereitstellung der Flächen erfolgt über die Recyclinghöfe, die operative Umsetzung übernehmen die SÖBs.

Darüber hinaus ermöglicht das Projekt innovative Vermarktungswege: Gemeinsam mit SÖBs und Kommunen können neben den klassischen Re-Use-Shops auch Leerstände in ländlichen Gemeinden bespielt oder Direktverkäufe am Recyclinghof erprobt werden. Ergänzend dazu eröffnet die geplante digitale Warenwirtschaft die Chance, Gegenstände bereits bei der Übernahme zu erfassen, Mengen und CO2-Einsparungen transparent darzustellen und neue Vertriebswege – etwa Online-Verkauf oder digitale Selbstbedienungsläden – zu erschließen. Mit diesem Modell entsteht ein skalierbares und in ganz Tirol ausrollbares Konzept, das sich klar von bisherigen Einzellösungen abhebt und sich an erfolgreichen Beispielen wie Revital in Oberösterreich oder Pilotprojekten im Allgäu orientiert.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Rechtssicherheit: Abgabe ausschließlich an befugte Sammler/Behandler (SÖBs).
  • Umwelt- und Klimaschutz: Verlängerung der Produktlebensdauer, Ressourcenschonung, CO2-Einsparungen.
  • Soziale Wirkung: SÖBs schaffen Arbeitsplätze und Integrationschancen für benachteiligte Personen.
  • Ökonomischer Nutzen: Regionale Wertschöpfung, zusätzliche Absatzkanäle, Beteiligung der Gemeinden am Erlös.
  • Positive Öffentlichkeitswirkung: Gemeinden positionieren sich sichtbar als Vorreiter der Kreislaufwirtschaft.

Damit wird Re-Use in Tirol vom Insellösungs-Charakter zu einem professionellen, flächendeckenden und modernen Angebot, das ökologische, soziale und ökonomische Vorteile gleichermaßen vereint.

 

Insgesamt ist die Errichtung von 20 Re-Use-Abgabestationen an Recyclinghöfen in den Bezirken Schwaz und Innsbruck-Land vorgesehen. Dabei wird gezielt auf überregionale und gemeindeübergreifende Standorte mit hoher Einwohnerzahl und frequentierter Nutzung abgezielt, um die größtmögliche Wirkung und Reichweite für die Bevölkerung zu erzielen.

Bezirk Schwaz

  • Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) Zillertal Mitte – Kaltenbach
  • Recyclinghof Maurach
  • Recyclinghof Mayrhofen
  • Wertstoffzentrum Fügen
  • Recyclinghof Pill
  • Recyclinghof Schwaz
  • Recyclinghof Jenbach

Bezirk Innsbruck-Land

  • Bauhof Seefeld
  • Recyclinghof Götzens
  • Recyclinghof Fulpmes
  • Bau- und Recyclinghof Wattens
  • Recyclinghof Axams
  • Recyclinghof Völs
  • Recyclinghof Zirl
  • Abfallwirtschaftszentrum Telfs
  • Recyclinghof Hall in Tirol
  • Recyclinghof Absam
  • Recyclinghof Rum
  • Recyclinghof Aldrans-Lans-Sistrans
  • Abfallwirtschaftszentrum Oberes Wipptal

Durch diese gezielte Standortwahl können in beiden Bezirken zentrale Knotenpunkte der Abfallwirtschaft erschlossen werden, wodurch eine breite Bevölkerungsschicht erreicht und eine effiziente logistische Anbindung an die Sozial-Ökonomischen Betriebe (SÖBs) gewährleistet wird.

Das Projekt wird mit Mitteln von Bund, Land und Europäischer Union finanziert.

Nähere Informationen zum Programm IBW/EFRE- & JTF finden Sie auf www.efre.gv.at

 

Projektträger: ATM – Abfallwirtschaft Tirol Mitte GmbH

Laufzeit: 01.12.2025 – 30.11.2027

Projektvolumen: € 155.167,33