Siedlungsarchäologie Oberhofen im Inntal - Krautfeld

Das Heimatmuseum Oberhofen hat im Jahr 2024 den Fundkomplex der archäologischen Grabungen, die zwischen 2016 und 2023 im Krautfeld stattfanden, übernommen. Die Funde weisen das Krautfeld – im Osten des Dorfes gelegen – als prähistorischen und als römerzeitlichen Siedlungsplatz aus. Ein römischer Gutshof wird in unmittelbarer Nähe des Grabungsareals vermutet. Die Flur bei der nahegelegenen Pestkapelle trägt den Namen „Maueracker“. Der Siedlungsplatz Krautfeld bietet einige Vorzüge, die offenbar bereits die ersten Siedler – die ältesten Funde reichen zumindest bis in die späte Bronzezeit zurück – zu schätzen wussten: Das Areal liegt, wie das Dorf selbst, auf einer hochwassersicheren Schotterterrasse nahe dem Inn, ist umgeben von fruchtbaren Böden, und Grundwasser ist, wie die ehemaligen nassen Wiesen im östlich angrenzenden Auengebiet zeigen, reichlich vorhanden. Das Auengebiet und der Inn dienten zudem als Jagd- und Fischrevier, und der Inn bildete eine natürliche Schutzbarriere nach Norden. In jedem Fall eröffnen die archäologischen Funde ein neues Kapitel der Oberhofer Dorfgeschichte. Bislang galt das Jahr 799 mit der ersten urkundlichen Erwähnung als frühester Fixpunkt. Künftig wird die Geschichtsschreibung unseres Dorfes mindestens 2000 Jahre weiter zurückreichen.

 

Im Rahmen des Projekts ist zunächst eine wissenschaftliche Auswertung vorhandener Grabungsfunde geplant. Anschließend sollen die Ergebnisse in verständlicher Sprache publiziert werden. Eine Schautafel bei der Pestkapelle soll Einheimische und Besucher über den historischen Siedlungsplatz informieren.

Das Projekt wird mit Mitteln von Bund, Land und der Europäischen Union finanziert.

Projektträger: Gemeinde Oberhofen

Laufzeit: 16.09.2025 – 31.12.2026

Projektvolumen: € 38.626,06