Pflanzenkompass der Saatgutbibliothek Innsbruck-Land
Der Pflanzenkompass bietet eine übersichtliche Orientierung zu den im Rahmen des LEADER-Projekts „Nachhaltigkeit und Klimawandel- Anpassung mit der Saatgutbibliothek Innsbruck-Land“ verfügbaren Pflanzensorten und unterstützt die gezielte Auswahl zukunftsfähiger, regional angepasster Samen. Nachfolgend finden Sie die Pflanzensorten alphabetisch geordnet von A (wie Andenbeere) bis Z (wie Zwiebel).
Die Andenbeere
Die Andenbeere gehört zur Familie der Nachtschattengewächse wie die Tomate. Ähnlich sind ihre Ansprüche. Bei uns ist sie für den Anbau im großen Topf geeignet, der den Sommer über an warmen Plätzen im Garten, im Glashaus oder im Wintergarten aufgestellt werden kann. Damit sie auch viele reife Früchte liefert, ist es notwendig, dass der Samen möglichst früh im Jahr in einem kleinen Gefäß mit Erde (günstig mehrere Samen/Topf) in ca. 1 cm Tiefe ausgesät wird. Dann wird der Topf warm, licht aber nicht sonnig aufgestellt, sodass die Samen keimen können. Die Erde und die Umgebungsluft sollten feucht, aber nicht nass sein. Sobald das zweite Laubblatt erscheint, können die Pflanzen pikiert werden, das heißt vereinzelt werden. Genauso wie bei den Tomaten müssen die Wurzeln der jungen Pflänzchen vorsichtig gelockert und mit Hilfe eines zugespitzten Stäbchens (Pikierholz) aus dem Keimgefäß gehoben werden.

Anschließend wird in einen 10cm Topf, der gut mit einer Pflanzerde gefüllt ist, verpflanzt, indem mit dem Stäbchen durch horizontale Kreisbewegungen eine tiefgehende Öffnung für die Wurzeln gemacht wird. Eventuell kann dabei ein wenig biologischer Dünger an die Basis der Wurzeln gebracht werden. Die Jungpflanzen werden so wie die Keimlinge gepflegt. Sobald die Jungpflanzen 3-4 gut entwickelte Laubblätter haben, können sie in einen großen Topf, der gut gefüllt mit Erdsubstrat und gut angedüngt (Schafwolle und Biodünger) ist, verpflanzt werden und an einem bedeckten Tag an den Sommerstandort aufgestellt werden. Nun wird nach Bedarf gegossen und noch ein-zweimal in der Hauptwachstumszeit stickstoffbetont gedüngt.
Samen ernten
Die Andenbeeren reifen im Topf ab Ende Juli. Von guten, durchschnittlich schönen Beeren kann Samen entnommen, auf Filterpapier (Kaffeetüten) an einem schattigen Platz getrocknet und dann ein kleiner Teil, im Papiersäckchen verpackt, an die Bücherei zurückgegeben werden.
Basilikum Genovese
Basilikum gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler. Wenn man Basilikum selbst über Samen vermehren möchte, braucht man eine samenfeste Sorte. Basilikum Genovese ist eine großblättrige Sorte mit gewellten Blättern, die für den Anbau in einem Topf auf dem Balkon oder an einer geschützten Stelle auf der Terrasse oder im Garten geeignet ist. Üblicherweise wird Basilikum einjährig kultiviert. Bekommen die Blätter zu viele Nässe ab, werden sie braun. Basilikum hat seine Heimat indischen Raum. Das Gewürzkraut ist wärmeliebend und frost- empfindlich. Für die Keimung benötigt Basilikum mindestens 20°C bis 25°C. Im März bis April erfolgt die Aussaat in Anzuchttöpfen. Dazu wird der Topf mit wenig gedüngter, feiner Anzuchterde gefüllt, rückverfestigt und eine leichte Vertiefung hergestellt, in die mehrere Samen im „Tuff“ abgelegt werden. Nach dem leichten Andrücken der Samen werden sie nur wenig mit Ansaaterde oder einem Abdeckmaterial übersiebt. Zum ersten Überbrausen sollte das Wasser zimmerwarm sein. Während der Keimung soll die Erde regelmäßig befeuchtet werden. Die Keimung dauert ein bis zwei Wochen. Sobald einige Laubblattpaare an den Jungpflanzen im Anzuchttopf entwickelt sind, wird der ganze Anzuchttopf verpflanzt. Im Handel gibt es dafür Kräutererden. Sie sind eher mäßig mit Stickstoff gedüngt, haben eine gute Phosphorversorgung und einen leicht sauren pH-Wert. Wichtig ist ein Untersetzer für den Kulturtopf, denn Basilikum soll nur von unten gegossen werden. In der Hauptwachstumszeit sollten die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor regelmäßig mit einem biologischen Dünger ergänzt werden. Sind die Pflanzen gut entwickelt, kann man Triebspitzen mit den Spitzenblättern zu zupfen beginnen.

Samen ernten
Für die Samenernte lässt man an einigen schön entwickelten Trieben die Triebspitzen wachsen. Es entwickeln sich dann im Hochsommer Blüten, die viele Bienen anlocken. Bis zum Herbst trocknen die Blütenstände ein. Dann schneidet man sie ab und streift sie vorsichtig über einem großen Seidenpapier ab. Das Gemisch aus Blütenresten und Samen reinigt man durch wiederholtes Sieben bzw. durch vorsichtiges Ausblasen. Die Samen sind schwarz und rundlich. Sie werden dunkel und kühl gelagert. Die Saatgutbibliothek freut sich sicher über einige Samen für ihren Saatgutkreislauf.
Bohne, Ackerbohne Außervillgraten
Ackerbohnen sind im europäischen Raum eine sehr alte Kulturpflanze. Schon die Römer kannten sie. Eigentlich ist der Anbau ähnlich wie bei den verwandten Buschbohnen, allerdings können sie in klimatisch günstigen Lagen bereits im April ausgesät werden. In hochgelegenen Anbaugebieten sollten sie, so wie die Buschbohnen, vorkultiviert und in Kältephasen mit Vlies bedeckt werden. Bei der Direktsaat ist der Reihenabstand 40cm, in der Reihe wird alle 10cm eine Bohne maximal 6cm in die Erde gelegt. Im Sommer besteht die Gefahr, dass die schwarze Bohnenlaus die Pflanzen schwächt. Dann die Läuse am besten abstreifen oder mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen.

Samen ernten
Auch Ackerbohnen sind Selbstbefruchter und es besteht beim Anbau im Hausgarten wenig Wahrscheinlichkeit für die Verkreuzung. Ackerbohnen wurden früher im grünen Zustand der Bohnenschoten geerntet und, mit Kartoffeln zusammen gekocht, serviert. Natürlich sind sie lagerbar, wenn die Bohnen im trockenen Zustand der Schoten geerntet werden. Es gelten die gleichen Lagerungshinweise wie bei den übrigen in der Saatgutbibliothek angebotenen Bohen. Der Lochfraß durch den Bohnenkäfer bereitet bei längerer Lagerung immer wieder Probleme! Nicht vergessen, ein wenig Saatgut von dieser lokalen Herkunft an die Saatgutbücherei zurückgeben!
Bohne, Forellenbohne
Die Forellenbohne gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler, die wegen der Symbiose mit Knöllchenbakterien für die Fruchtfolge im Garten sehr wertvoll sind. Sie reichern organisch gebundenen Stickstoff im Boden an. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum man die Stangebohnen gerne rund um oder zwischen Maispflanzen sät. Anders als die Buschbohnen sind Stangebohnen Fremdbefruchter. Beim Anbau mus man darauf achten, dass große Abstände oder Windbarrieren (Bäume, Gebäude) die Übertragung fremder Bohnenpollen verhindern. Die Forellenbohne ist eine Spezialität und recht robust. Zur Ernte kommen die Bohnen eher spät im Jahr. Sie sind ertragreich. Bohnen kommen ursprünglich aus Mittelamerika. Sie müssen in warmen, trockenen Boden gesät werden. Das ist bei uns üblicherweise ab Mitte Mai gesichert. Man gewinnt Zeit, wenn man die Bohnen ab April in einem Topf aussät und ähnlich wie Tomaten im Haus Jungpflanzen anzieht. Diese werden dann mit dem ganzen Erdtopf ins Freie verpflanzt. Das macht man am besten an einem Tag mit bedecktem Himmel. Die Pflanzen müssen gut eingegossen werden. Düngung ist nicht notwendig, da sie, wie oben erwähnt, eine Symbiose mit den Knöllchenbakterien eingehen. Pro Pflanzstelle bzw. pro Topf werden 2- maximal 5 Bohen abgelegt. Die Ablagetiefe ist mindestens das Doppelte des Samendurchmessers. Der Boden ist locker und unkrautfrei. Das Aufleiten der Bohnen muss früh begonnen werden. Geeignet sind übermannshohe Stäbe, ein Schnurgerüst – die Kreativität ist gefordert – oder auch Maispflanzen, die die Bohnen umwachsen können.

Samen ernten
Für die Küche verwendet werden die jungen, grünen Bohnenschoten oder die ausgereiften Bohnen. Diese erntet man auch für die Saatgutgewinnung. Dazu müssen die Schoten ganz eingetrocknet sein. Sie sind dann braun und spröde. Die Bohnen werden ausgelöst. Bei den lila-braun marmorierten Bohnen macht das auch den Kindern Spaß. Bohnen sind roh giftig. Sollen die Bohnen länger gelagert werden, müssen sie wegen des Bohnenkäfers in Gläsern mit Schraubverschluss oder tiefgekühlt aufbewahrt werden.
Bohne, Black Turtel
Black Turtle ist eine ertragreiche Buschbohnensorte, die durch ihre kleinen Bohnen auffällt. Die Bohnen sind schwarz und sie behalten ihre Färbung auch beim Kochen. Das ist ein interessanter Aspekt, wenn man mit Kindern kocht. Immer wieder liest man, dass ihr Geschmack besonders gut ist. Roh sind Bohnen giftig. Black Turtle wird ausschließlich als Trockenbohne genutzt. Die Bohne reift mittelfrüh und kann direkt ins Freiland gesät werden. In günstigen Lagen kann das auch schon Anfang Mai sein. Die Saatabstände betragen 25cm zwischen den Reihen und 10cm in der Reihe. Allerdings werden je Pflanzstelle 2 Bohnen abgelegt. Die Ablagetiefe – 2-facher Korndurchmesser – muss wegen des raschen und gleichmäßigen Aufganges unbedingt eingehalten werden. Zu der Jahreszeit, in der die Bohnen keimen, sind auch die Unkräuter sehr keimfreudig. Junge Bohnenpflanzen reagieren empfindlich auf Konkurrenz durch andere Pflanzen. Je nach Witterung ist in der Jungpflanzenphase das Gießen wichtig. Bohnen sind wärmebedürftig und mögen angewärmtes Wasser aus Regenwassertonnen.

Samen ernten
Bei den Buschbohnen können Kinder beim Ernten gut helfen. Die abgetrockneten Hülsen werden gesucht und abgezupft. Die beste Erntezeit ist an sonnigen Tagen zu Mittag oder am Nachmittag. In feuchten Perioden zieht man zum Ernten die gesamten Pflanzen und hängt sie unter Dach luftig und verkehrt herum zum Abtrocknen auf. Das Auslösen der Bohen erfolgt händisch. Für die Verwendung als Saatgut eignen sich durchschnittlich gut entwickelte Bohnen, die keine Beschädigungen haben und nicht schimmlig sind. Auch die Samenschale muss ganz intakt sein. Längerfristig werden die Bohnen wegen des Bohnenkäfers in Gläsern mit Schraubverschluss oder in der Tiefkühltruhe gelagert. Die örtliche Saatgutbibliothek freut sich über einen Anteil an der Bohnenernte für ihren Saatgutkreislauf.
Bohne, Rotholzer Bohne
Diese einzige in Tirol gezüchtete Gemüseart ist eine alte Sorte, die durch Widerstandsfähigkeit und ihren angenehmen Geschmack überzeugt. Es handelt sich um eine Buschbohne, deren Bohnen trocken – also nicht als Fisolen – geerntet werden. Besonders ist der Eiweißgehalt von ca. 20% und, als Trockenbohne, ihre gute Lagerfähigkeit. Bohnen brauchen einen warmen Boden zum Keimen. Das heißt, man macht eventuell eine Vorkultur in Anzuchttöpfen und verpflanzt die jungen Bohnen ins Freie, sobald der Boden im Mai warm genug ist. In Anbaugebieten, wo der Boden Anfang Mai 8-10°C hat, werden die Bohnen direkt gesät, eher flach, damit sie schnell auflaufen. Der Pflanzabstände sind 40cm in der Reihe und alle 20cm 2 Bohnen in der Reihe. Sollte das Wetter im Mai noch kalt werden, können die Bohnen mit Vlies bedeckt werden. Abgenommen wird das Vlies spätestens, wenn die Lufttemperaturen an die 30°C geht an einem Morgen. Die Rotholzer Bohnen brauchen keinen Dünger, mögen aber in der Jugend, vor der Blüte und beim Ausbilden der Schoten eine gute Wasserversorgung. Allerdings darf der Boden gerne humos sein.

Samen ernten
Bei den Rotholzer Bohnen besteht geringe Verkreuzungsgefahr mit anderen Sorten im Garten. Geerntet wird, wenn die Schoten sehr gut trocken, aber noch nicht aufgesprungen sind. Dann können die Bohnen heraus-geholt und an einem schattigen, nicht zu warmen Ort nachgetrocknet werden. Lagerfähig sind sie, wenn die Bohnen mit dem Fingernagel nicht mehr eingedrückt werden können. Zum Lagern können Bohnen auch in ein Glas gegeben und in der Gefriertruhe gelagert werden (Schutz vor Bohnenkäfer). Nicht vergessen, ein wenig der Ernte in die Bücherei zurückbringen.
Brotklee Ulten
Der Brotklee wird in typischen Südtiroler Brotsorten als Brotgewürz verwendet. Im Saatguthandel findet man ihn mit der Bezeichnung Schabzigerklee. Verwendet wird eigentlich das getrocknete Kraut wegen seines wunderbaren Aromas. Die Pflanze ist einjährig und gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler wie Erbsen und Bohnen. Er stellt geringe Ansprüche an den Boden und an die Pflege. Angebaut werden kann ab März, in höheren Lagen ab April. Am besten wird das Saatgut in Reihen gedrillt, nicht tiefer als 2cm, damit es rasch aufläuft. Der Reihenabstand kann zwischen 25cm und 40cm schwanken. Bodenfeuchtigkeit zum Auflaufen ist günstig. Dann wird nur mehr der Boden unkrautfrei gehalten. Noch im späten Frühjahr, kurz vor Blühbeginn, kann eigentlich das Kraut geerntet und getrocknet werden. Das Aroma entwickelt sich erst nach der Trocknung und bei der Lagerung.

Samen ernten
Zur Saatgutgewinnung lässt man einige Pflanzen weiterwachsen. Die Blüte ist folgeartig. Das heißt, Blüte und Reife der Samen finden gleichzeitig statt, was erfordert, dass man immer wieder bei den Pflanzen die abgeblühten Blütenstände beernten sollte. Allerdings fallen dabei erfahrungsgemäß immer einige Samen-körner aus, sodass auch im nächsten Jahr auf der Anbaustelle wieder Pflanzen aufgehen werden. Für die Saatgutrückgabe an die Saatgutbibliothek ist es richtig, einige Pflanzen ausblühen zu lassen, ihre Blütenköpfchen immer wieder abzusammeln und an einem trockenen, luftigen, aber schattigen Ort nach- trocknen zu lassen. Dann können aus den Köpfchen die Samen ausgeschüttelt und mit ein wenig Wind (blasen oder Föhn auf niedrigster, kühler Stufe) von Pflanzenresten gereinigt werden. Da es bei uns eher unüblich ist, Brotklee bzw. Schabzigerklee anzubauen, besteht auch kaum Gefahr einer Verkreuzung. Sollte sich in der Nachbarschaft jemand mit Brotklee (Schabzigerklee) beschäftigen, können die Blütenköpfchen mit feinen Kunststoffnetzen (wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel aus den Supermärkten) umhüllt werden, um bei jenen Pflanzen, bei denen man für den Saatgutkreislauf in der Bücherei Saatgut gewinnen möchte, eine Bestäubung durch Insekten zu vermeiden.
Buchweizen
Buchweizen ist eine traditionelle Getreideersatzpflanze im Alpenraum. Bekannt ist sie auch als Schwarzplente (Südtirol) oder als Haiden (Steiermark). Wer gerne japanische Sobanudeln isst, isst Buchweizennudeln. Auch italienische Pizzoccherie sind Buchweizennudeln. Dazu müssen die eckigen Samen geschält werden. In Osttirol wurde Buchweizen als Nachkultur zu Getreide im Sommer ausgesät. Auf Grund seiner kurzen Wachstumszeit konnte er im sonnenbegünstigten Süden des Alpenhauptkammes noch im Herbst geerntet werden. Die Körnerfrucht enthält kein Gluten und wird deshalb als Getreideersatz verwendet. Buchweizen keimt rasch, bevorzugt leichte und wenig nährstoffreiche Böden mit leicht saurem pH-Wert. Das Knöterich Gewächs bedeckt den Boden rasch und durchwurzelt ihn gut. Buchweizen ist deshalb häufig Bestandteil in Gründüngungsmischungen. Er blüht über einen langen Zeitraum, was ihn zu einer wertvollen Pflanze für die Insekten macht. Die Wachstumsdauer beträgt circa 12 Wochen. Beim Anbau im Garten muss man berücksichtigen, dass Buchweizen Wärme liebend und Frost empfindlich ist. Auch extreme Trockenheit mag er nicht. Ausgesät wird er in Reihen. Der Abstand von Reihe zu Reihe beträgt 12-15cm. Er wird gedrillt, die Saattiefe ist 2-4cm. Die Pflanze ist fremdbefruchtend. Solle der Buchweizen erst im Sommer als „Zweitkultur“ angebaut werden, besteht Verkreuzungsgefahr mit Buchweizen aus Gründüngungen auf den Feldern. Verhindern kann man die ungewollte Vermischung entweder durch Isolation des Buchweizens mit Netzen oder durch seinen Anbau auf Flächen, die durch Gebäude, Sträucher und Bäume von Gründüngungsflächen abgeschirmt sind.

Samen ernten
Die an Bucheckern erinnernden Samen reifen an den knäuelförmigen Blütenständen, die sich in den Blattachseln entwickeln. Die Blüte ist üppiger auf nicht zu humusreichen Böden. Ein Hinweis auf die Reife der Samen ist das Rotwerden der Stängel. Leider blüht Buchweizen folgeartig. Das macht ihn zu einer guten Bienenweide, jedoch erfolgt die Reife der Samen ungleichmäßig. Bei der händischen Ernte der Samen für die Saatgutbibliothek sollten daher mehrmals die reifen Samen vom Buchweizen abgesammelt werden. Mit den ersten Frösten sterben die Pflanzen ab, dann ist die Ernte beendet. Die Samen werden nach dem Absammeln an einem luftigen und schattigen Ort nachgetrocknet, von Blüten- und Stängelresten gereinigt. Dann können die Samen wieder der Saatgutbibliothek gebracht werden.
Catalogna
Catalogna gehört zur Gruppe der Salatzichorien (Cichorium intybus L.Var.foliosum) und kommt eigentlich aus Italien. Seine bitterstoffreichen Blätter werden für Salate und Gemüsegerichte verwendet. Dieser nahe Verwandte des Endiviensalates und der Treibzichorie stellt ähnlich Ansprüche wie die anderen Salate. Die Samen können in Töpfchen vorkultiviert oder je nach Lage ab April ins Freiland auf sehr feinkrümeligen Boden gesät werden. Dafür braucht es ungefähr die fünffache Saatgutmenge. Direkt gesäter Catalogna muss im Jugendstadium vereinzelt werden. Der Abstand zwischen den ausgewachsenen Pflanzen beträgt 25cm. Zwischen Pflanzreihen sollte er bis zu 35cm betragen.

Samen ernten
Wird Catalogna bei Temperaturen unter 16°c ausgesät, ist es wahrscheinlich, dass Catalogna im Sommer schosst und Blütentriebe bildet. In den kleinen, Körbchen förmigen Blüten reifen die Samen. Diese müssen, bevor sie ausfallen, eingesammelt werden. Sie sind 2-3mm lang. Die Ernte erfordert Fingerspitzengefühl. Ab der Blüte brauchen die Blütenstände Schutz vor Regen. In der Literatur wird Catalogna oft als selbst- befruchtende Pflanze bezeichnet. Es gibt aber auch Hinweise, dass es bei Catalogna zur Fremdbefruchtung kommt. Viele Cichorium intybus-Vertreter sind Fremdbefruchter. Beim Anbau in Gegenden mit intensivem
Endivien- oder Radicchio Anbau bergen Schosserpflanzen auf den Feldern eine Gefahr für Verkreuzung. Ein durch Bäume oder Gebäude geschützter Garten verringert diese Gefahr. Die Samen werden nach der Ernte vorsichtig an der Luft nachgetrocknet und kühl und trocken aufbewahrt, bis ein Teil wieder an die Saatgutbibliothek zurückgegeben werden kann.
Erbse, Kleine Weißenfelserin
In den Hausgärten wurden entweder Palerbsen (rundes Korn) für die Trocknung oder Markerbse (runzelig, süß) für den Frischgebrauch angebaut. Auch Erbsen gehören zur Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler. Sie haben einen hohen Vorfruchtwert im Gemüsegarten, da sie, so wie alle Hülsenfrüchtler, eine Symbiose mit Luftstickstoff bindenden Bakterien eingehen und den Boden mit Stickstoff aus der Luft anreichern, der den nachfolgenden Kulturen zur Verfügung steht. Erbsen sollten so früh wie möglich gesät werden, damit sie reiche Ernte bringen. Sie sind in der Jugendentwicklung wenig Kälte empfindlich, weswegen man sie in günstigen klimatischen Lagen schon im März säen kann. Der Reihenabstand sollte zwischen 15 und 25cm liegen. Davon abhängig wird in der Reihe alle 5-7cm ein Samen 3cm tief abgelegt. Bald nach der Saat erscheinen die ersten kleinen Blättchen. Bis in den Mai hinein wird dann Pflanzenmasse gebildet. Erbsen brauchen eine Stütze, die man aus Ästen und trockenen Zweigen scherengitterartig in der Reihe macht. Ab Mitte bis Ende Mai kann mit dem Blühbeginn gerechnet werden.

Samen ernten
Erbsen sind Selbstbefruchter. Im Hausgarten ist daher keine Isolierung der Samenträger notwendig.
Als Samenträger wählt man Pflanzen, die gesund, wüchsig und gut entwickelt sind. An diesen lässt man die Schoten mit den Erbsen vollständig abreifen. Geerntet werden die sehr trockenen Schoten, aus denen dann die Samen gelöst werden. Anschließend trocknet man die Samen an einem schattigen, trockenen Ort. Erst dann werden sie am besten in Gläsern, dicht verschlossen, aufbewahrt, um einen Befall mit Käfern zu vermeiden.
Nicht vergessen: Ein wenig Saatgut für den Saatgutkreislauf in Ihrer Bücherei vorsehen!
Erbse, Zuckererbse
Zuckererbsen werden entweder als Zuckerschoten oder als junge Erbsen verwendet. Ihr Name sagt schon, was ihre wichtigste Eigenschaft ist. Sie schmecken angenehm süß, ohne den bampfigen Beigeschmack, der durch das Eiweiß bedingt ist. Kinder lieben die Zuckererbsen. Die Hülsen sind auffällig und leicht zu pflücken und auch in großer Anzahl zu finden. Eine gute Möglichkeit, Gartenfreude zu vermitteln! Im Anbau sind sie etwas kälteempfindlicher als die Mark- und die Palerbsen. Also etwas warten, bis die Frühjahrswärme den Boden ein wenig besser erwärmt hat. Sie werden in Reihen von 15 – 25cm und mit einem Pflanzabstand von 5 – 7cm gesät. Die Ablagetiefe ist 3cm. Ein Rankgerüst ist notwendig, damit die Blüten im Licht und die Schoten nicht am feuchten Boden aufliegen.

Samen ernten
Für Speisezwecke erfolgt die Ernte eigentlich im jungen Zustand der Schoten bzw. der Erbsen. Auch die Zuckererbsen sind Selbstbefruchter. Dennoch sollte man den gleichzeitigen Anbau von Zuckererbsen und anderen Erbsen auf Beeten nebeneinander vermeiden. Es sind beides Vertreter der gleichen Pflanzenart. Will man Erbsen als Samen ernten, müssen Schoten von wüchsigen, gesunden Pflanzen auf der Erbse ausreifen. Wenn die Schoten eingetrocknet sind, werden sie gepflückt, die Erbsen ausgelöst und kühl und trocken, möglichst auch dunkel, nachgetrocknet. Erst dann kann man sie für die Lagerung zuhause in Schraubgläsern oder für die Rückgabe an die Saatgutbibliothek in Säckchen füllen. Beschriftung nicht vergessen!
Gewürzfenchel
Die Heil- und Gewürzpflanze ist weit verbreitet. Genutzt werden die getrockneten Samen der Spaltfrucht, die bei der Reife zerfallen. Der Gewürzfenchel gehört zur Pflanzenfamilie der Doldenblütler, deren Vertreter für die Schmetterlinge und andere Insekten sehr wertvoll sind. Die hoch aufragende Pflanze mit ihren großen, gelben Blütendolden hat auch Zierwert im Garten. Gewürzfenchel gedeiht gut an geschützten, sonnigen Plätzen im Garten. Sie benötigt offenen Boden, stellt jedoch keine besonderen Anforderungen an den Boden. Die tiefreichende Wurzel lässt ihn besonders an sonnigen Stellen gedeihen. In der Landwirtschaft wird der Gewürzfenchel im Spätsommer angebaut. Im darauffolgenden Jahr findet die Samenbildung statt. Für den Anbau für den Saatgutkreislauf wird er ab März in Töpfen vorgezogen und ab Mai ins Freie verpflanzt. Die Ernte der Samen kann so noch im Herbst desselben Jahres erfolgen. Als Fremdbefruchter besteht grundsätzlich Verkreuzungsgefahr. Allerdings sollte es bei uns keine zur selben Zeit blühenden Artverwandten geben. Kaum jemand hat Gewürzfenchel im Garten. Will man jedes Jahr Fenchel im Garten haben, sollte man den Standort immer wechseln. Gewürzfenchel ist nicht mit sich selbst verträglich. Das ist so wie bei der Petersilie.

Samen ernten
Die Samen reifen erst spät. Günstige Standorte im garten mit ausreichend Sonne sichern die Erntereife der Samen. Zur Ernte werden die Dolden gepflückt, sobald die obersten Dolden braun sind. Die Seitendolden beginnen dann erst braun zu werden. Ihre Ernte erfolgt, solange die Herbstwitterung es zulässt. Nach der Ernte lässt man die Dolden 2-3 Wochen nachreifen, wobei schon ein Teil der Samen ausfällt. Legt man Seidenpier unter die Dolden, verliert man die ersten, meist auch größten Samen nicht. Anschließend müssen die Samen noch bei 35-40°C getrocknet werden. Erst dann werden sie von Ernteresten gereinigt und nach Größe ausgesiebt in Säckchen abgefüllt, die dem Samenkreislauf zur Verfügung gestellt werden. Die kleineren Samen finden in der Küche gute Verwendung.
Hirschhornwegerich
Das sehr winterharte Blattgemüse ist erst durch den Trend zum klimaschonenden Anbau von Wintergemüse bekannt geworden. Seine schmalen, tief gezähnten Blätter werden als Salat aber auch als Kochgemüse verwendet. Ursprünglich stammt er aus den Salzmarschen an den Meeresküsten. Er ist nicht anspruchsvoll und gedeiht auch auf Gartenböden. Für den Anbau in Balkonkästen ist er geeignet. Meist wird Hirschhorn- wegerich direkt gesät. Das kann meist ab April erfolgen. Auch eine Jungpflanzenkultur ist möglich. Die Anzuchttemperatur liegt da bei 15°C. Angebaut wird er in Reihen, bei Direktsaat wird gedrillt. Dazu benötigt man mehr Saatgut als für die Jungpflanzenvorkultur. Die Abstände zwischen Ansaatreihen sollten bei 25cm liegen, damit seine Blattrosetten ausreichend Platz haben, das Unkraut jedoch unterdrückt wird. Die Blattrosetten können mehrmals beerntet werden, indem man sie knapp über dem „Herz“ schneidet.

Samen ernten
Für die Samenernte sollten gut entwickelte Pflanzen markiert werden, die nicht geschnitten werden. Hirschhornwegerich ist mehrjährig. Das heißt, er kommt erst ab dem zweiten Anbaujahr zur Blüte, welche im Juni erfolgt. Hirschhornwegerich ist ein Fremdbefruchter. Verkreuzungspartnerwird es bei uns eher nicht geben, da Hirschhornwegerich noch selten angebaut wird. Der Samen ist reif, wenn die an den Breitwegerich erinnernden Samenstände braun werden. Dann ist rasches Handeln erforderlich, denn die Samen fallen leicht aus. Die Samenstände werden geschnitten, nachgetrocknet. Dann werden die Samen ausgeklopft und gereinigt. Einige Samen wandern wieder in die Saatgutbibliothek für den Samenkreislauf.
Jungfer im Grünen
Diese zarte Pflanze ist in jedem Garten ist mit ihren außergewöhnlichen Blüten eine Zierde. Die Samenkapseln werden gerne für Trockensträuße verwendet. Nicht zu verwechseln ist Jungfer im Grünen mit dem Schwarzkümmel, einer Gewürzpflanze. Diese Zierpflanze aus dem Mittelmeerraum ist bei uns heimisch geworden. Sie wächst gut auf nährstoffreichen, sonnigen Böden, braucht wenig Pflege und ist sehr ver-mehrungsfreudig, da die Samen leicht ausfallen. Sie ist fremdbefruchtend, ist aber so selten in den Gärten anzufinden, dass kaum Gefahr für Vermischung bestehen wird. Die Blüte ist im Spätfrühling, wo sie für Schwebfliegen und Bienen eine gern besuchte Futterpflanze ist. Werden die trockenen Samenkapseln entfernt, blüht die Pflanze oft ein zweites Mal.

Samen ernten
Für die Ernte der Samen werden entweder die Samenkapseln abgezupft, sobald sie trocken sind oder die ganze Pflanze wird gezogen und luftig zum Nachtrocknen aufgehängt. Die spontan herausfallenden Samen müssen in jedem Fall gesammelt werden. Anschließend werden sie gereinigt, nachgetrocknet und eine kleine Menge kann wieder dem Saatgutkreislauf zugeführt werden
Kamille
Dieses bewährte Heilkraut aus der Familie der Korbblütler braucht besondere Aufmerksamkeit bei der Kultivierung. Der Samen ist unendlich feinkörnig, in der Jungpflanzenkultur will sie gut gepflegt sein und während des Anbaus im Garten braucht sie viel Sonne. An sonnigen Tagen im Sommer riecht man den charakteristischen Duft, eines der Unterscheidungsmerkmale zur Hundskamille, die an warmen Plätzen als Unkraut an Ackerrändern zu finden ist. Die Pflanze aus der Familie der Korbblütler ist einjährig, wird ca. 60cm hoch und hat verzweigte Stängel, an deren Spitzen sich die typischen Korbblütler Blüten aus Zungenblüten und Röhrenblüten bilden. Alle Blütenteile enthalten die charakteristischen ätherischen Öle. Die Kamille gedeiht bei uns auf allen Böden, trockeneren gleich wie auf feuchteren Standorten, braucht aber Aonne. Das Saatgut ist überaus feinkörnig, weswegen eine Direktsaat für die Samenerzeugung vermieden werden sollte. Besser ist es, die Kamille in Töpfchen vorzukultivieren und dann die jungen Pflanzen in das Gartenbeet zu versetzen. Der Abstand von Topfpflanze zu Topfpflanze ist dabei am bestens 25cm. Denkbar ist es auch in großen Töpfen oder im Balkonkistchen zu kultivieren.

Samen ernten
Wenn die Kamillenblüten für Tee geerntet werden sollen, pflückt man in der vollen Blüte. Für die Samengewinnung sollte man in der Blüte gut entwickelte Einzelpflanzen markieren. Das kann z.B. mit Hilfe eines Stabes erfolgen. Die Blütenköpfe an diesen Pflanzen lässt man braun und trocken werden. Man schneidet die Köpfchen so, dass sie am besten direkt in ein dichtes Behältnis (Sackerl)fallen können. So können Verluste vermieden werden. Das Gewinnen der Samen muss sehr vorsichtig erfolgen, damit nicht zu viel Pflanzenmaterial mit dem Saatgut vermischt wird. Der Samen ist so fein, dass die Trennung von Samen und staub-förmigem Pflanzenabfall schwierig ist. Wenn möglich, sollten die Köpfchen im Sammelbehältnis ausgeschüttelt und die möglichst nicht zerdrückten Köpfchen entfernt werden. Dann werden die Samen nachgetrocknet und zum Aufbewahren in Säckchen gefüllt, wobei an den Anteil für den Samenkreislauf der Bibliothek nicht vergessen werden sollte.
Kapuzinerkresse
Die Kapuzinerkresse gehört zur Pflanzenfamilie der Kapuzinerkressen Gewächse, die in Südamerika beheimatet ist. Auffällig sind die schildförmigen Blätter und die unregelmäßigen orange bis gelblichen Blüten mit gesporntem Kelch (Kapuze der Kapuzinermönche). Oft sind die Triebe rankend. Die jungen Pflanzenteile finden in Salaten, als Kapernersatz und zur Dekoration von Speisen Verwendung. Sie schmecken ähnlich wie Sauerampfer. Die Kapuzinerkresse mag Wärme. Für die Keimung benötigt sie mindestens 20°C. Deshalb ist es bei uns günstig, sie in Töpfen im Haus vorzukultivieren und dann die Jungpflanzen nach Mitte Mai ins Freie zu verpflanzen. Auch eine Kultur in Töpfen und in Balkonkästen ist gut möglich, so der Boden bzw. die Erde humos sind und der Standort warm ist (Pflanzung in der Nähe wärme speichernder Steine). Zusätzliche Wasserversorgung ist nur in trockenen Witterungsphasen notwendig.

Samen ernten
Die Frucht ist eine Kapsel mit höckerigen Samen. Sie fällt im reifen Zustand ab. Für die Samengewinnung ist es am besten, wenn die Frucht knapp vor dem Abfallen abgepflückt und an der Luft an einem schattigen Platz unter Dach getrocknet wird. Erst dann werden die Samen herausgelöst, von Ernteresten befreit und noch einmal an der Luft nachgetrocknet. Ein wenig vom geernteten Samen findet sicher auch seinen Weg in den Sämereien Kreislauf der Saatgutbibliothek.
Kerbel
Der Gartenkerbel ist eines jener Gewürze, deren Nutzung auf die Römer zurückgeht. Er ist in ganz Europa verbreitet. Genutzt wird das Blatt des Kerbel. Der Geschmack erinnert an Anis. Hat man einmal eine Kerbelpflanze im Garten und passt der Standort halbwegs, wird man jedes Jahr wieder eine Kerbelpflanze finden. Die hübschen, weißen Blüten des Kerbel erscheinen im späteren Frühjahr. Die Samenbildung im Hochsommer darf man dann nicht übersehen. Doldenblütler sind mit sich selbst und anderen Doldenblütlern nicht verträglich. Das heißt, beim Auspflanzen in den Garten muss man darauf achten, dass er nicht an die Stelle gepflanzt wird, wo im vergangenen Jahr Kerbel oder Petersilie und dergleichen standen. Im Garten braucht Kerbel tiefgründigen, humosen Boden. Da er wenig kälteempfindlich ist, kann er eigentlich ab März ins Freie ausgesät werden. Für die Samenernte ist es vielleicht besser, ihn in Töpfen vorzuziehen und dann in den Garten zu setzen.

Samen ernten
Wie alle Doldenblütler ist der Kerbel eine fremd befruchtende Pflanze. Da Kerbel als Blattgemüse genutzt wird und normalerweise nicht zur Blüte kommt, ist die Gefahr, dass es zu Verkreuzung mit anderen Kerbelsorten kommt, eher gering. Er ist eine Langtagpflanze, das heißt, je später man den Kerbel aussät, desto weniger Blattmasse bildet er und desto eher geht er in die Blüte. Das wäre für die Gewinnung von Samen wünschenswert. Mit dem Erscheinen der Blütenknospen beginnen die bodennahen Blätter zu vergilben. Nach der Blüte sollte man genau beobachten, wann die Samen zu bräunen beginnen. Dann werden die ganzen Dolden geschnitten und luftig, jedoch schattig zum Nachtrocknen aufgelegt., sodass ausfallende Samen aufgefangen werden. Dann werden die Samen ausgelesen oder ausgeklopft und von Pflanzenresten gereinigt. Die Lagerung für die Rückgabe in die Saatgutbibliothek sollte an einem dunklen und kühlen Platz erfolgen.
Königskerze, Schwarze
Die schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) kommt bei uns vielen, besonders auf trockenen Standorten vor. Im Gegensatz zu den anderen Königskerzen findet man sie an kühleren Standorten. Sie ist für Insekten wertvoll. Ihre Samen sind für Vögel im Winter eine Futterquelle. Die schwarze Königskerze ist zweijährig, am Ende des zweiten Jahres stirbt sie in der Regel ab. Ihre Inhaltsstoffe sind ähnlich wie bei den anderen Arten.
Man kann sie direkt am Standort aussäen. Die Keimtemperatur wird mit 20°C angegeben. Bis zur Keimung dauert es zwei bis drei Wochen. Besser ist immer die Jungpflanzenvorkultur, wobei die Samen nur leicht mit Erde bedeckt werden dürfen. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten Jahr erscheint der hoch aufragende Blütenstand, der unzählige Blüten und später Samenkapseln bildet. Die Laubblätter sind oberseits behaart, der Blütenstand ist unverzweigt und hat einen braun oder rot unterlaufenen Stängel. Die gelben Blüten mit den wolligen violetten Staubfäden und orangenen Staubbeuteln sind ein Merkmal der schwarzen Königskerze. Die Königskerze ist nicht frostempfindlich. Der Standort ist günstigerweise eher sandig, auf jeden Fall sonnig und am besten Wind geschützt. Nach der Jungpflanzenphase benötigt die Königskerze kein Gießen.

Samen ernten
Diese Pflanze ist eine vorwiegend fremd befruchtende Pflanze. Man muss darauf achten, ob andere Königskerzen in der Nachbarschaft zu finden sind. In diesem Fall ist eine räumliche Trennung wichtig. Das Verkreuzen kann nur schwer verhindert werden. Die Blütenstängel erscheinen im zweiten Jahr und sind sehr blütenreich. Die Samen werden in Samenkapseln gebildet. Diese werden gepflückt, wenn sie braun und trocken sind. Vorsichtig werden sie ausgeklopft und so der Samen gewonnen, der noch nachtrocknen muss, bevor man ihn in die Samentütchen zur Rückgabe an die Saatgutbibliothek einfüllen kann.
Kornblume
Kornblumen sind aus unseren Getreidefeldern weitestgehend verschwunden. Das hängt mit geänderter Düngung und auch der besseren Saatgutreinigung zusammen. Im Kräuterbau haben sie ihre Bedeutung als Schönungsdroge. Aber auch der Zierwert der einjährigen Blume ist hoch. Die Kornblume ist eine Hochsommerpflanze, die nährstoffarme und trockene Standorte bevorzugt. Sie keimt leicht und rasch und darf bei der Aussaat nur leicht mit Erde bedeckt werden. Besser wird sie jedoch in Töpfen vorgezogen und dann ab Mitte April ins Freiland gesetzt.

Samen ernten
Die Blüten erscheinen im dann im Sommer. Für den Kräuterbau werden nur die intensiv blauen Zungenblüten dieses Vertreters der Korbblütler benötigt. Um Samen gewinnen zu können, sollte man deshalb nur die Zungenblüte in der Vollblüte zupfen. Die Körbchen mit den Röhrenblüten lässt man ausreifen und pflückt diese, sobald sie eingetrocknet sind, vorsichtig, um die Schließfrüchte nicht zu verstreuen. Die Früchte sind klein, grau und besitzen eine Haarkranz, der in der Natur zur Verbreitung dient. Dieser sollte bei der Samenreinigung abgerieben werden. Samen sollen immer möglichst frei von Pflanzenresten sein, weil diese ja auch Feuchtigkeit oder Krankheitskeime auf den Samen übertragen können. Dies wiederum vermindert die Keimfähigkeit. Übrigens wird durch das Abzupfen der reifen Körbchen die Pflanze zu neuer Blütenbildung angeregt.
Kornrade
Diese kaum noch zu findende Unkrautpflanze der Äcker sollte beim Gärtnern mit Kindern gemieden werden, da sie giftig ist. Aus diesem Grund wurde sie im Getreidebau intensiv bekämpft. Das Nelkengewächs hat eine sehr schöne, purpurrote Blüte und ist damit im Hochsommer eine Bereicherung für unsere Gärten. Als Unkrautpflanze hat sie eine ausgeprägte Überlebensstrategie. In der Entwicklung ist sie an das Getreide angepasst. Sie keimt rasch, auch bei kühleren Temperaturen, wächst rasch heran und blüht, so dass ihre Samen noch auf die Erde fallen konnten, bevor das Getreide geerntet wurde. Die Kornrade könnte also im Frühjahr direkt gesät werden, eine Anzucht im Aussaattopf mit Auspflanzung im April – Mai spart Saatgut.
Die Ansaat kann auch gleich in großen Töpfen erfolgen, in denen sie als Zierpflanze den Sommer über bleibt. Besonders im Topf sollte man darauf achten, dass die Kornrade viel Sonne hat. An den Boden und an die Nährstoffversorgung hat sie geringe Ansprüche. Zum Anwachsen muss man auf eine ausreichende Wasserversorgung achten.

Samen ernten
Auch bei der Kornrade werden die Samenkapseln abgesammelt, sobald sie braun sind. Dabei muss man verhindern, dass Samen aus den Kapseln fallen. Die Kapseln werden nachgetrocknet und dann zerrieben. So fallen alle Samen heraus. Anschließend müssen die Reste der Samenkapseln ausgesiebt oder ausgeblasen werden. Dann können die Samen, in Säckchen verpackt wieder an die Saatgutbibliothek zurückgegeben werden.
Ötztaler Lein
Der Ötztaler Lein kann im Hausgarten eine Pflanzenart mit hohem Zierwert sein. Seine vorwiegend blauen Blüten sowie auch die Leinkapseln sind hübsch und die Pflanze mit ihren zarten Stängeln bringt eine attraktive Textur in den Garten. Ötztaler Lein ist eigentlich eine Faserleinsorte, etwas niederwüchsiger als moderne Sorten. Der Kornertrag ist geringer als bei modernen Ölleinsorten. Ötztaler Lein hat eine kürzere Entwicklungsdauer als andere Leinarten und ist so auch für höher gelegene Gegenden geeignet, solange der pH-Wert im Boden neutral ist. Ausgesät kann er standortabhängig am besten ab April werden. Wichtig ist ausreichend Bodenfeuchte in der Jungpflanzenentwicklung. Die Pflanze ist auch wenig empfindlich gegen Frühjahrsfröste. Die Saat erfolgt am besten in Reihen im Abstand von 12cm. In der Reihe wird gedrillt, das heißt die Samen werden locker in 2cm tiefe Furchen gestreut, an den Boden gedrückt und dann wird die Furche zu gestreift. Im Sommer blüht der Lein wunderschön. Anschließend bildet die selbstbefruchtende Art Samenkapseln, die für dekorative Zwecke oder für die Saatgutgewinnung oder zum Verkosten genutzt werden können.

Samen ernten
Die Samenkapseln müssen gut ausreifen, bevor sie geerntet werden können. Das ist bei uns je nach Standort im August bis zum September. Man erkennt die Reife daran, dass die Körner in der Kapsel rasseln. Der Stängel und die Blätter sind schon braun, genauso wie die Samenkapsel. Dann werden die Kapseln gebrochen, der Samen wird gewonnen und von Kapselresten gereinigt. Dann wir der Samen noch nachgetrocknet, damit er bei der Lagerung nicht ranzig wird. Einen Teil der Samen von der neuen Ernte bitte wieder in die Saatgutbibliothek bringen!
Mais, Kemater Weißer Mais
Mais ist gerade im Raum westlich von Innsbruck, in den Föhngebieten, eine Nahrungspflanze mit langer Tradition. Das Wassermuas ist ein einfaches, aber doch die Kochkünste forderndes Gericht, das noch immer beliebt ist. Angebaut wird Anfang Mai, in warmen Boden und bei wüchsigen Verhältnissen. Mais ist ein Starkzehrer. Er braucht organische Düngung, die gut im Boden eingewachsen sein soll. Unkraut tut den Mais- pflanzen im Jugendstadium weh, daher wird der Boden gehackt. Um die Pflege gut durchführen zu können, sollte in Reihen angebaut werden. Der Reihenabstand ist im Hausgarten enger als bei Silomais am Feld. Er kann zwischen 40 – 50cm liegen. In der Reihe ist der Anstand bei ca. 15cm. Da kann man mit der Ziehhaue auch gut Unkraut beseitigen. Das Maiskorn wird mit einem Setzholz oder mit dem Maistreter maximal 5cm in den Boden gelegt. Die händische Ernte der Kolben erfolgt im September, wenn die Lieschen abgetrocknet sind und das Maiskorn ganz fest ist. Das Nachtrocknen erfolgt traditionell unter dem Dachfirst, auf jeden Fall luftig und trocken bis in den Herbst, wenn der Mais dann gerebelt wird.

Samen ernten
Der Mais ist ein Fremdbefruchter. Daher muss man darauf achten, ob in der direkten Umgebung Zucker- und Popcornmais oder auch Silomais angebaut werden. Die Fahnen an der Spitze der Pflanzen bilden den Pollen, die kleinen Maiskolben mit den Bartfäden die Samen. Räumliche Isolierung Um eine Fremdbefuchtung zu verhindern, kann man räumlich isolieren. Wird im Siedlungsbereich angebaut, dienen Gebäude und Bäume als Barriere zum Silomais am Feld.
Handbestäubung
Um sicher eine ungewollte Kreuzung zu verhindern, kann man auch Handbestäubung durchführen. Dazu braucht man ein scharfes Taschenmesser, Malerkrepp, eine Klammermaschine und eine reißfeste Papiertüte (aus Pergament). Eigentlich ist es günstig, einen größeren Bestand an Pflanzen zu haben. Für die Handbestäubung werden die Maispflanzen in zwei Teile geteilt, die Vaterpflanzen und die Mutterpflanzen, von denen man die Fahnen abschneidet. Die Kolben der Mutterpflanzen werden kurz vor dem Herausschieben der Bartfäden an der Spitze angeschnitten und zwar so, dass weder der Kolben angeschnitten noch nicht alle Bartfäden erwischt werden. Davor wird das Blatt, das den Kolben umhüllt, entfernt. Sofort wird der Papiersack über den Kolben gestülpt und mit Klammern so befestigt, dass die angeschnittene Spitze freien Raum hat. Wenn die Kolben der Vaterpflanzen zu stauben beginnen, werden sie ebenso eingesackt. Die Fahne wird in den Falz des Papierbeutels gelegt und der Beutel gefaltet und mit einer Heftklammer befestigt, damit der Pollen nicht herausfällt. Am nächsten Tag wird am späten Vormittag der Beutel mit den Fahnen kräftig geschüttelt und vorsichtig nach unten abgezogen. Der Pollen wird in einer Schale gesammelt, seine Farbe ist leuchtend gelb. Er wird durch ein Küchensieb gesiebt und dann mit einem frischen Pinsel auf die nachwachsenden Bartfäden übertragen. Dann wird der Papiersack wieder über den Kolben gestülpt und dicht mit Klebeband abgeklebt. Er bleibt bis zur Abreife auf dem Kolben. Geerntet wird der Kolben, wenn die Lieschen eingetrocknet und die Körner nicht mehr mit dem Fingernagel eingedrückt werden können.
Anschließend werden die Lieschen nach hinten gestrichen, je zwei Kolben an den Lieschen zusammen-gebunden und luftig und trocken aufgehängt. Im Herbst wird er händisch gerebelt und das Saatgut kühl, trocken, dunkel und vor Schädlingen geschützt aufbewahrt. Ein Teil des sehr professionell gewonnenen Saatgutes sollte in die Samenbibliothek zurückgebracht werden
Mais, Zuckermais
Im Gegensatz zum Weißen Mais wird Zuckermais am besten in der Milchreife geerntet. Die Maikolben lassen sich, geputzt und blanchiert, sehr gut einfrieren und machen den Kindern auch im Winter Freude als Zuspeise zu Rippchen und Ähnlichem. Anbau und Pflege sind so wie bei Kemater Weißem Mais. Anbau ab Mitte Mai, Saattiefe maximal 5cm, Saatabstände 40 – 50cm zwischen Reihen und 15cm in der Reihe. Da Zuckermais eine längere Wachstumsdauer hat, muss für den Anbau zur Saatgutgewinnung speziell in klimatisch ungünstigeren Lagen im Topf vorkultiviert werden. Der Topf sollte mindestens 10cm im Durchmesser haben. Für die Jungpflanzenkultur braucht es keine nährstoffreiche, aber eine humose Erde (z.B. Bio – Ansaaterde). Sobald die Witterung es zulässt, kann ausgepflanzt werden. Die Pflänzchen haben dann zusätzlich zum ersten Keimblatt mindestens zwei weitere Blätter. Übrigens eignet sich der Zuckermais auch für das Glashaus oder auch für ein Hochbeet.

Samen ernten
Der Mais ist ein Fremdbefruchter. Daher muss man darauf achten, ob in der direkten Umgebung Riebelmais oder auch Silomais angebaut werden. Die Fahnen an der Spitze der Pflanzen bilden den Pollen, die kleinen Maiskolben mit den Bartfäden die Samen.
Räumliche Isolierung
Um eine Fremdbefuchtung zu verhindern, kann man räumlich isolieren. Wird im Siedlungsbereich angebaut, dienen Gebäude und Bäume als Barriere zum Silomais am Feld.
Handbestäubung
Um sicher eine ungewollte Kreuzung zu verhindern, kann man auch Handbestäubung durchführen. Dazu braucht man ein scharfes Taschenmesser, Malerkrepp, eine Klammermaschine und eine reißfeste Papiertüte (aus Pergament). Für die Handbestäubung werden die Maispflanzen in zwei Teile geteilt, die Vaterpflanzen und die Mutterpflanzen, von denen man die Fahnen abschneidet. Eigentlich ist es günstig, einen größeren Bestand an Pflanzen zu haben. Die Kolben der Mutterpflanzen werden kurz vor dem Herausschieben der Bartfäden an der Spitze angeschnitten und zwar so, dass weder der Kolben angeschnitten noch nicht alle Bartfäden erwischt werden. Davor wird das Blatt, das den Kolben umhüllt, entfernt. Sofort wird der Papiersack über den Kolben gestülpt und mit Klammern so befestigt, dass die angeschnittene Spitze freien Raum hat. Wenn die Kolben der Vaterpflanzen zu stauben beginnen, werden sie ebenso eingesackt. Die Fahne wird in den Falz des Papierbeutels gelegt und der Beutel gefaltet und mit einer Heftklammer befestigt, damit der Pollen nicht herausfällt. Am nächsten Tag wird am späten Vormittag der Beutel mit den Fahnen kräftig geschüttelt und vorsichtig nach unten abgezogen. Der Pollen wird in einer Schale gesammelt, seine Farbe ist leuchtend gelb. Er wird durch ein Küchensieb gesiebt und dann mit einem frischen Pinsel auf die nach- wachsenden Bartfäden übertragen. Dann wird der Papiersack wieder über den Kolben gestülpt und dicht mit Klebeband abgeklebt. Er bleibt bis zur Abreife auf dem Kolben. Geerntet wird der Kolben, wenn die Lieschen eingetrocknet und die Körner nicht mehr mit dem Fingernagel eingedrückt werden können. Anschließend werden die Lieschen nach hinten gestrichen, je zwei Kolben an den Lieschen zusammengebunden und luftig und trocken aufgehängt. Im Herbst wir er händisch gerebelt und das Saatgut kühl, trocken, dunkel und vor Schädlingen geschützt aufbewahrt. Ein Teil des sehr professionell gewonnenen Saatgutes sollte in die Samenbibliothek zurückgebracht werden.
Melanzani
Sie wird auch Eierfrucht oder Aubergine genannt und ist in den letzten Jahren ein beliebtes Küchengemüse bei uns geworden. Wahrscheinlich kommt sie ursprünglich aus Indien und verbreitete sich im Laufe der Geschichte im Mittelmeerraum. Es gibt Melanzani in vielfältigen Formen (lang-eiförmig), Größen (Hühnerei groß-groß) und Farben (Weiß-lila gestreift-lila und dunkel auberginenfärbig). Bei uns benötigen sie immer Witterungsschutz, zumindest ein Regendach brauchen sie, wenn man sie ins Gartenbeet pflanzen möchte. Besser lassen sich Melanzani im Topf kultivieren. Da kann man sie geschützt an der Hauswand aufstellen. Auf eine regelmäßige Düngung mit einem Biodünger und auf die tägliche Wassergabe darf man dann allerdings nicht vergessen. Bestens geeignet sind sie für den Anbau unter geschützten Bedingungen. Als Nachtschatten-gewächs ist sie mit der Tomate verwandt. Sie wird bei uns in der Pflege ähnlich behandelt. Anzumerken ist, dass sie noch düngebedürftiger als die Tomate ist. Ist sie gut mit Wasser und Dünger versehen liefert sie länger als die Tomate Früchte.

Samen ernten
Die Melanzani zählt ähnlich wie die Tomaten zu den Selbstbefruchtern. Dass Fremdbefruchtung auftritt, dürfte eher die Ausnahme sein. Die fleischigen Früchte werden für die Nutzung als Gemüse noch jung genutzt. Kaum je reifen Melanzani aus. Für die Samenernte werden jedoch überreife Früchte benötigt. Dazu wählt man frühzeitig an der Staude sortentypisch ausgebildete und gesunde Früchte aus und markiert sie beispielsweise mit einem Band. Diese lässt man reif werden. Das Fruchtfleisch ist dann schon bräunlich und die Frucht ist weich. Man schneidet die Melanzani auf und löst aus dem Fruchtfleisch die erstaunlich kleinen, hellen Samen. Da das Fruchtfleisch trocken ist, braucht man die Samen nur auf saugfähiges, festes Papier zu legen und trocknen zu lassen. Besonders gut eignen sich dazu Kaffeefilter. Ihr Papier ist saugfähig, aber reißfest. Nach dem Trocknen könne die Samen abgelöst und in Säckchen verpackt werden. Auch die Saatgutbibliothek freut sich über Samen.
Paprika
Wie die Melanzani und die Tomate gehören auch die Paprika zu den Nachtschattengewächsen. Sie sind ein Gemüse der Neuen Welt und gelangte von dort aus nach Europa und Asien. Der Name bezieht sich auf den mehr oder weniger pfeffrigen Geschmack der Früchte, der ihn im gemahlenen Zustand zur Pfefferersatzpflanze machte. Es gibt eine große Formen – und Farbenvielfalt bei den Paprika. Die Schoten wechseln im Zuge der Reife ihre Farbe von grün zu den verschiedenen Rottönen. Auch geschmacklich gibt es große Unterschiede in der Schärfe. Bei uns wird Paprika ebenso wie die Melanzani einjährig kultiviert. Meist sind Paprika Selbstbefruchter, bei sehr langer Blütendauer kann auch Fremdbefruchtung auftreten. Die Frucht wird als Schote bezeichnet, die Samen sitzen im Inneren der Beere auf Scheidewänden. Paprika müssen bei uns immer im Ansaat Kistchen ausgesät, im Zweiblattstadium in den Jungpflanzentopf pikiert und dann erst in den großen Topf, das Hochbeet oder in das Glashaus verpflanzt werden. Die Keimdauer ist lang. Die Samen habe da einen hohen Wärmeanspruch und nicht jeder Samen keimt. Die Paprikapflanzen benötigen eine äußerst viel Wärme während der gesamten Wachstumszeit. Auch die Versorgung mit Nährstoffen und mit Wasser muss immer optimal sein. Oft wird beim Anbau die erste erscheinende Blüte ausgebrochen, damit die Pflanze zur Blütenbildung angeregt wird.

Samen ernten
Für die Samenernte werden die Schoten in der Vollreife geerntet. Dazu werden Schoten, die dem Sortentyp entsprechen (Blockig, spitz, etc.) mit einem Band markiert und bis zur vollständigen Ausreife an der Pflanze belassen. Erkennbar ist die Vollreife an der vollständigen Umfärbung von grün auf die sortentypische Farbe (gelb, rot). Die Schoten werden geöffnet, die Samen herausgelöst und nachgetrocknet. Dann können die Samen nach ihrer Größe sortiert werden und in Säckchen verpackt für das kommende Anbaujahr gelagert werden. Auch ein paar Samen für die Saatgutbibliothek dürfen nicht vergessen werden.
Petersilie
Petersilie kennen wir als Wurzelpetersilie und als Blattpetersilie. Krause Petersilie ist weniger verbreitet als glattblättrige. Schon Karl der Große schrieb sie den Hofgütern zum Anbau vor. Wie viele Doldenblütler, die heute als Gemüse oder Gewürz- bzw. als Heilkraut genutzt werden, ist sie aus dem Mittelmeerraum zu uns gekommen und wird schon sehr lange genutzt. Petersilie ist durchaus nicht immer leicht zu kultivieren. Einerseits braucht der Samen sehr lange, bis er keimt. Andererseits braucht sie lockere, aber humose Böden. Die Nährstoffversorgung darf nicht üppig sein. Das Blattgewürz ist selbstunverträglich und darf keinesfalls auf dem gleichen Fleck nacheinander angebaut werden. Die Ansprüche an das Klima sind gering. Aus diesen Gründen sollte man Petersilie in Anzuchttöpfen vorziehen. Dazu braucht man nur wenig Wärme. Will man sie gleich im Freien aussäen, macht man das in Reihen, die man am besten mit einem Stäbchen markiert. So wird beim Jäten vor dem Auflaufen der Petersilie die Keimung nicht beeinträchtigt. Der Reihenabstand liegt bei ca. 25cm. Es wird in feiner Reihe gedrillt.

Samen ernten
Für den Anbau bzw. sie Auspflanzung wählt man einen Standort, der erlaubt, dass die Petersilie dort überwintern kann. Die Blütenstände und die Blüten entwickelt sie erst nach der Einwirkung der Winterkälte. Obwohl die Petersilie ein Fremdbefruchter ist, ist beim Anbau zum Erhalt von Samen die Verkreuzungsgefahr vermutlich gering. Petersilie wird als Blattgemüse einjährig genutzt. Nach der Blüte entwickeln sich die feinen Samen in den Dolden. Sobald diese eintrocknen müssen sie vorsichtig geschnitten, nachgetrocknet und dann ausgeschüttelt werden, damit die Samen gewonnen werden. Vorsicht, Verunreinigung mit Pflanzenresten muss man dabei möglichst vermeiden. Nach einer letzten Nachtrockung der Samen werden sie in Säckchen verpackt aufbewahrt und an die Saatgutbibliothek zurückgegeben.
Radieschen
Radieschen sind als Frischgemüse einer der ersten Boten des nahenden Frühlings. Die kurze Kulturzeit und die Keimfreudigkeit machen es auch zu einer lohnenden Kultur für das Gärtnern mit Kindern. Radieschen gehören zur großen Pflanzenfamilie der Kreuzblütler und da zur Art Brassica napus wie Rucola, Gartenkresse und Rettich. Radieschen können zeitig nach dem Abtrocknen der Beete im Frühjahr in Reihen ausgesät werden. Dabei muss man darauf achten, dass die Samen mit einem Abstand von ca. 5cm in der ca. 1,5cm tiefen Saatfurche zu liegen kommen. Die Samen müssen angedrückt und dann mit Erde bedeckt werden. Zum Schutz vor Kälte kann Kulturschutzvlies zur Bedeckung verwendet werden. Der Nährstoffanspruch ist gering, die regelmäßige Wasserversorgung beeinflusst die Schärfe der Radieschen. Eigentlich können sie satzweise die ganze Vegetationsperiode über angebaut werden. Beim Anbau im späten Frühling und im Sommer muss man damit rechnen, dass die Radieschen auswachsen, was für den Samenanbau wünschens-wert ist. Man kann Radieschen auch in humosem Kultursubstrat in großen Töpfen, im Frühbeetkasten oder im Balkonkistchen anbauen. Da ist intensivere Pflege notwendig.

Samen ernten
Das beliebte Snackgemüse ist ein Fremdbefruchter. Schon während des Wachstums werden Radieschen, die sich gut entwickeln mit Stäbchen gekennzeichnet. Diese lässt man auswachsen. In dieser Zeit sollte man sie unter Zuhilfenahme eines Kulturschutznetzes isolieren. Alternativ kann dafür auch Kulturschutzvlies verwendet werden. Günstig ist der Bau eines einfachen Käfigs mit diesen Materialien. Der Kreuzblütler blüht an traubigen Blütenständen und hat weiße bis rosa Blüten, die sehr hübsch sind. Daraus entwickeln sich Schoten, in denen mehrere Samen reifen. Sobald, die Schoten abgetrocknet und braun sind, werden sie gepflückt, nachgetrocknet und dann werden die braunen, rundlichen Samen ausgelöst. Nach dem nochmaligen Trocknen der Samen werden diese in Papiersäckchen verpackt für die nächste Aussaat vorbereitet oder an die Saatgutbibliothek gegeben.
Ringelblume
Ringelblume wurden schon bei Plinius als Heilpflanze genannt. Abseits der Heilwirkung erfreut dieser unkomplizierte Korbblütler mit seinen schönen orangen Blüten seit jeher in den Bauerngärten. Es gibt einfach blühende Formen und Sorten mit gefüllten Blüten, die für die Nutzung als Heilpflanze geeigneter sind. Heute findet man auch gelbe und fast rötliche Sorten.
Die einjährige Pflanze wird über Samen vermehrt, die ab dem Abtrocknen des Bodens nach dem Winter auch direkt ins Freiland gesät werden können. Alternativ ist auch die Jungpflanzenkultur möglich. Bei der Anzucht im Haus muss man beim Gießen lange Blattnässe vermeiden. Also Gießen am Morgen und, wenn möglich, anschließendes Lüften.

Samen ernten
Für die beliebten salbenartigen Zubereitungen werden entweder die ganzen Köpfchen oder die Blätter in der Vollblüte gezupft und getrocknet. Für den Samenbau könnte man die orangefarbenen Strahlenblüten zupfen, die Köpfchen mit den Scheibenblüten jedoch an der Pflanze ausreifen lassen. Wenn sie braun und eingetrocknet sind, werden sie vorsichtig geschnitten, ohne dass Samen ausfallen. Anschließend wird nachgetrocknet, der Samen ausgelöst und gesäubert. Die Samen sind länglich, aber kringelig und mit Haken versehen. Nach dem nochmaligen Trocknen werden die Samen in Papiersäckchen verpackt, dabei wird ein Teil für die Saatgutbibliothek zur Seite gelegt.
Rispenhirse
Die Rispenhirse zählt zu den ältesten im Alpenraum genutzten Getreidearten. Wir kennen Hirse hauptsächlich als Vogelfutter, doch Hirsebrei kommt schon in den Märchen vor und weist auf die einstige Bedeutung als Lebensmittel hin. Hirse ist ein Fremdbefruchter. Allerdings besteht kaum Verkreuzungsgefahr, da sie bei uns nicht mehr angebaut wird. Die Rispenhirse lässt sich dort gut anbauen, wo auch der Mais angebaut wird. Da sie sehr frostempfindlich ist, wird sie erst nach den Eisheiligen ausgesät. Der Samen ist sehr klein, daher sollte das Saatbett sehr feinkörnig sein. Auf keinen Fall darf viel Unkrautdruck bestehen. Hirse wächst langsam in der Jugendentwicklung und die jungen Pflänzchen sind von Unkrauthirsen wie Fingerhirse kaum zu unterscheiden. Das Saatgut wird 1-3cm tief gesät, und zwar in Reihen mit ca. 25 cm Abstand gedrillt. Das Saatgut wird angedrückt (Werkzeugstiel) und mit Erde bedeckt.

Samen ernten
Ab Ende August reift die Hirse von der Spitze beginnend. Es wird also immer Vogelfutter an die Natur zurückgegeben! Für die Samenernte werden die Rispen kopfüber in einen Beutel oder in einen Papiersack gesteckt und geschnitten, wenn der Großteil der Samen schon bräunlich gestreift ist. Wenn sich die Samen lösen, können die Rispen vorsichtig in einen alten, sehr dicht gewebten Überzug gelegt werden. Dieser wird an der Öffnung mit einer Hand gut zusammengehalten und mit der anderen Hand wird durch leichtes Klopfen der Samen gedroschen. Anschließend muss mit leichtem Wind gereinigt werden. Die Hirsekörner für den Saatgutkreislauf in der Bücherei sollten noch nachgetrocknet werden.
Rucola Wilde Rauke
Rucola gehört zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler und ist ein fremd bestäubende Art. Eigentlich nutzt man die Blätter, sodass bei der Saatguterzeugung kaum Gefahr für Einkreuzen fremder Sorten besteht. Im Hausgarten kann er ab April direkt gesät werden. Die Aussaattiefe beträgt 1cm. Am besten wird breitwürfig gesät oder es werden im Abstand von 12cm Reihen gezogen, in die dann Saatgut gedrillt wird. Das ein wenig pikant und scharf schmeckende Blattgemüse wird am besten jung genutzt.

Samen ernten
Für die Samenernte, die vom Sommer bis zum Herbst erfolgen kann, lässt man einige gesunde, schöne Pflanzen in den Sommer wachsen. Da schießen sie in die Höhe und bilden Blütenstände, später sehr kleine Schoten mit braunen, rundlichen Samen. Da sich die Schoten spontan öffnen, müssen sie rechtzeitig in der Vollreife eingesammelt und an einem schattigen, kühlen Ort nachgetrocknet werden. Dann können sie händisch gedroschen, gesiebt und aufbewahrt werden. Rucola hat eine zweimonatige Ruhephase. Das heißt, erst nach dieser Zeitspanne sind die Samen wieder keimfähig. Die Saatgutbibliothek freut sich über Saatgut für den Saatgutkreislauf!
Salat Grazer Krauthäuptel und Salat Forellenschluß
Der Kopfsalat Grazer Krauthäuptel und der Romanasalat Forellenschluß sind sehr traditionsreiche Salate aus dem Süden Österreichs. Beide sind wegen ihrer knackigen Blätter widerstandsfähig und dankbar im Garten und haben eine leicht bittere Note. Sie beide besitzen eine eher geringe Schoßfestigkeit. Beide Salate sind Selbstbestäuber. Bei beiden Salaten macht man am besten eine Jungpflanzenvorkultur z. B. im Frühbeetkasten oder im Hochbeet mit Abdeckung. Dazu eignen sich kleine Saatplatten mit Anzuchterde. Sobald die Keimblätter und die ersten drei Laubblätter gut entwickelt sind, kann der Erdtopf ins Freiland verpflanzt werden. Er soll noch ein bisschen über den Boden herausschauen, damit der Salat nicht vom Boden her mit Krankheiten infiziert wird. Im Frühjahr bzw. in hoch gelegenen Gegenden kann man Vlies auflegen. Dadurch wird der Salat verfrüht. Die Pflanzabstände sollen ca. 25cm – 30cm betragen. Der Salat für die Samenernte bleibt bis in den Hochsommer am Beet stehen und braucht dann viel Platz.

Samen ernten
Man wählt einen gut entwickelten und gesunden Kopf als Samenträger aus und stützt diesen mittels eines Stockes, weil er aufschießt. Die besten Samen erntet man von den Samenständen an der Hauptachse. Bei feuchter Witterung wird der Salatkopf ausgegraben, die Wurzeln werden sorgfältig von der Erde befreit. Dann wird der ganze Kopf umgekehrt zum Trocknen luftig, nicht heiß und schattig aufgehängt. Die ausfallenden Samen werden mit einem darunter liegenden Papier/Stoff, der Rest wird gedroschen, dann wird gereinigt und abgefüllt. Den Anteil für die Saatgutbibliothek darf man nicht vergessen!
Sonnenblume
Auch diese einjährige Sommerblume ist ein Vertreter aus der formenreichen und weltweit verbreiteten Familie der Korbblütler. Eigentlich kommen sie aus Amerika. Bei uns waren die Samen lange Zeit als Vogelfutter bekannt. In den letzten Jahrzehnten werden sie als Energie- und Ölpflanze vermehrt in Osten Österreichs angebaut. Bei uns findet man Sonnenblumen in den Feldern als Bestandteil von Gründüngungen wegen der guten Durchwurzelung des Bodens und der vielen Pflanzenmasse, die sie produzieren. Im Herbst sterben Sonnenblumen ab. Sie sind einjährig. Sonnenblumen sind sehr formenreich, abhängig von ihrer Verwendung. Meist findet man eintriebige Sorten, oft hochwüchsig und mit großen Körben. Für den Anbau im Garten sind Sorten interessant, die niedriger bleiben und die sich verzweigen. Aufgrund ihrer großen Samen und der raschen Keimung auch bei mittleren Temperaturen, sind sie sehr gut geeignet für das Garteln mit Kindern. Im Freiland werden die Samen einzeln in die Erde gesteckt. Die Pflanzstelle sollte man sich markieren und darum herum freien Platz im Beet lassen, da die Sonnenblumen gut versorgten, nährstoffreichen Boden brauchen. Sicherer ist hier auch die Anzucht in Töpfen, die zeitig im Frühjahr unter Dach, später auch im Freien erfolgen kann. Hier ist auf die gute Wasserversorgung und auf das Abtrocknen der Blätter nach dem Gießen zu achten.

Samen ernten
Als Fremdbefruchter besteht mit wild aufgegangenen Sonnenblumen Verkreuzungsgefahr. Da alle Sonnenblumen über eine längere Periode im Sommer blühen muss für Isolierung durch räumliche Trennung oder durch Isolierhauben über den Köpfen aus Vlies oder Kulturschutznetzen gesorgt werden. Die Eigenschaften der in der Saatgutbibliothek angebotenen Sorte, niedriger verzweigter Wuchs mit kleineren Blüten, würde ansonsten verloren gehen. Die eingetrockneten Köpfe der Blume werden geschnitten, nachgetrocknet und dann wird der charakteristische schwarz- weiß gestreifte Samen ausgelöst. Der kann in Säckchen gefüllt und etwas davon der Saatgutbibliothek zurück gegeben werden.
Tomaten
Die Sorten unterscheiden sich in ihren Eigenschaften. Paul Robson ist eine Salattomate, die für den Hausgarten geeignet ist. Die Tomate Tschernij Prinz ist eine Fleischtomate und hat höhere Wärmeansprüche für die Reife. Die Gelbe Johannisbeere ist eine Wildtomate mit stark verzweigtem buschförmigem Wuchs und vielen kleinen, gelben Früchten. Black Plum ist eine gesunde und ertragreiche Cocktailtomate, die auch gut nachreift. Tomaten brauchen für den Anbau im Hausgarten besondere Kulturmaßnahmen. Zum einen müssen sie im Saatkistchen ausgesät und für die Jungpflanzenanzucht in einen Topf pikiert (vereinzelt) werden. Erst die gut entwickelten Jungpflanzen kann man ab Mai in einen Topf, in ein Beet mit Regendach, in das Glashaus oder in das Hochbeet verpflanzen. Zum anderen brauchen sie während der Wachstumszeit ausreichend Wasser- und Nährstoffversorgung und eigentlich auch Schnittmaßnahmen, damit sie reiche Erträge bringen.

Samen ernten
Die Saatgutgewinnung bei den Tomaten lässt sich gut mit Kindern machen. Jeweils durchschnittliche Früchte hinsichtlich Eigenschaften und Reifezeit werden für die Saatgutgewinnung in sehr gut ausgereiftem Zustand geerntet. Manche empfehlen, die Früchte aufzuschneiden und das Fruchtfleisch mit den Samen heraus-zuholen, die Samen zu sammeln und zu trocknen. Die gesicherte Methode läuft etwas anders ab. Die die Samen umgebende gallertige Hülle wird durch Mazeration des Fruchtfleisches, die ca. 3 Tage dauern soll, aufgelöst. Anschließend kann die Pulpe abgeseiht und ausgespült werden, sodass nur mehr die Samen
übrigbleiben. Diese werden auf Filterpapier (Kaffeefilter) getrocknet. Das Saatgut ist fertig – auch für die Saatgutbibliothek!
Vogerlsalat
Vogerlsalat oder Feldsalat ist ein dankbares Blattgemüse im Garten. Besonders wertvoll ist er, da er am Beet überwintern kann, so es keine langen strengen Fröste ohne Schnee gibt. Er eignet sich gut, um mit Kindern erstes Grün aus dem Garten zu ernten. Für den Samenanbau wird Vogerlsalat entweder im September oder im zeitigen Frühjahr gesät. Durch eine zeitliche Staffelung des Anbaues kann verhindert werden, dass sich Samen doch verkreuzen, auch wenn der Vogerlsalat häufig als Selbstbefruchter genannt wird. Meist wird er in Reihen gesät, so kann dazwischen Unkraut gejätet werden. Die Saattiefe beträgt 1cm. Es wird in der Reihe gedrillt, der Saatabstand ist 12cm.

Samen ernten
Für die Samenernte kennzeichnet man sich mehrere schöne, gesunde Pflanzen mit einem Stöckchen. Diese Pflanzen dürfen nicht geschnitten werden. Im Mai oder Juni beginnt der Vogerlsalat dann zu schossen und er bildet Blütenstände und Samen aus. Die Samenkapseln platzen ganz leicht auf. Daher sollte man immer frühzeitig mit der Ernte beginnen. Der Salat reift ungleichmäßig ab und daher dauert die Ernte länger.
Alternativ kann man die Pflanzen ziehen, verkehrt aufhängen und die Samen nach der Abtrocknung über einem Sammelbehältnis ausschütteln. Dann folgen die Reinigung und die Lagerung. Auch ein wenig Saatgut für den Saatgutkreislauf in der Bücherei sollte anfallen!
Weingartenknoblauch
Weingartenknoblauch ist eine lokale niederösterreichische Spezialität, die auf Initiative von Bauern gemeinsam mit dem Verein Arche Noah und Slow Food wieder in die Vermehrung gebracht worden ist. Er ist als traditionelles Lebensmittel in Österreich durch das BMLF registriert. In Tirol ist Knoblauch nur in den klimatisch günstigsten Regionen gut möglich. Durch Kulturmaßnahmen kann man das Kleinklima verbessern, vor allem auf den Winterschutz und die geeigneten Böden ist zu achten. Knoblauch braucht eher schwerere, aber humusreiche und tiefgründige Böden mit guter Wasserversorgung in ausreichend sonniger Lage. Knoblauch durchwurzelt den Boden kaum. Er wird vegetativ vermehrt über Bulbillen (Brutzwiebeln zwischen sterilen Blüten an den Blütenständen des Knoblauch) oder durch das Einpflanzen von Zehen (Beiknospen, die unter Einwirkung niedriger Temperaturen im Boden gebildet werden). Das erfolgt im Herbst, wobei das Zehen eher tiefer (Richtwert 5cm) in den Boden gebracht werden soll. Bulbillen werden flacher und in Reihen abgelegt. Sie bringen im ersten Jahr sogenannte Rundlinge, die dann wieder ausgelegt werden. Als Pflanzabstand wird je nach Vermehrungsmaterial und Anbauzeitpunkt ein Abstand von 3 – 5 – 8cm genannt, der Abstand der Reihen wird so gewählt, dass dazwischen leicht das Unkraut gejätet werden kann. Es gibt auch die Möglichkeit des Frühjahrsanabaues, der jedoch der Kultur des Weingartenknoblauches nicht entspricht und geringere Gewichte produzieren soll.

Vermehrungsmaterial ernten
Der erntefähige Knoblauch wird im Sommer bei trockenem Boden und trockenem Wetter gezogen, zum Nachtrockenen aufgelegt oder -traditionell- geflochten und im Freien unter Dach aufgehängt. Die umhüllenden Zwiebelhäute müssen abtrocknen und nach dem Trocknen lose Häute entfernt werden. Dann kann er nachgetrocknet, gelagert und für den nächsten Anbau trocken und kühl, jedoch frostfrei gelagert werden. Die Auswahl der für die Rückgabe in die Saatgutbibliothek geeigneten Zehen oder Bulbillen erfolgt durch Kennzeichnung gut entwickelter, gesunder Pflanzen während des Wachstums. Der Weingartenknoblauch ist auf Grund seiner Vermehrungsart nie einheitlich.
Zuckermelone
Melonen kommen aus dem ariden heißen Klima der südlichen Mittelmeerküste. Sie sind optimal an die Trockenheit angepasst. Ihr Wurzelsystem kriecht weitläufig unter der Bodenoberfläche dahin und kann so Tau als Feuchtigkeitsquelle nutzen. Andererseits halten sie auch die Kälte der Wüstennächte aus. Begrenzend für einen Anbau bei uns ist oft die Länge der Wachstumsperiode. Deshalb braucht es Hilfsmittel, um Melonen erfolgreich im Garten anzubauen.
Eine erste Vorbedingung ist die Verlängerung der Wachstumszeit durch Vorziehen der wertvollen Melonensamen im Topf. Damit beginnt man ca. 3-4 Wochen vor der Auspflanzung. Der Topf sollte mindestens 10cm Durchmesser haben. Zum Keimen brauchen sie 25-28°C, allerdings keimen sie rasch. Die Jungpflanzen können auf günstigen klimatischen Standorten bei uns auch ins Freiland gepflanzt werden. Dann braucht es Bodenbedeckung mit schwarzer verrottbarer Folie oder ein Hochbeet bzw. einen Frühbeetkasten. Für kühle Perioden und kühle Nächte sollte immer eine Kulturschutzvlies griffbereit sein (niedere Folientunnel. Optimal geeignet für den Melonenanbau sind ein Glashaus oder auch der Wintergarten. Dort kann im Topf kultiviert werden. Die Melonen können auch an einem Rankgerüst aufgezogen werden. Das erfordert die Auseinander-setzung mit Schnittmaßnahmen. Grundsätzlich haben die Melonen einen hohen Wasserbedarf (nicht auf die Blätter gießen) und brauchen nach der Pflanzung am Endstandort in regelmäßigen Abständen eine zusätzliche Nährstoffversorgung. Das ist ab Beginn des Hauptwachstums wichtig. Bei der Pflanzung ins Freie ist auch der Regenschutz wichtig.

Samen ernten
Mit etwas Glück können im Laufe des Hochsommers Melonen geerntet werden. Diese müssen vor anhaltender Bodenfeuchtigkeit geschützt werden, um Krankheitsbefall aufder Melone zu vermeiden. Für die Samenernte werden vorab gekennzeichnete Melonen vollständig ausreifen gelassen, bevor sie gepflückt werden. Der Stängel löst sich dann von selbst, die Melone duftet süß. Bei der Verkostung werden die Samen herausgelöst, auf Filterpapier getrocknet und in Papiertüten für die Rückgabe an die Saatgutbibliothek vorbereitet.
Zwiebel, Etagenzwiebel
Etagenzwiebeln sind besondere Liebhaberzwiebeln. Sie bilden anstelle der Blüte kleine Zwiebelchen aus. Diese treiben wieder aus und bilden wieder Luftzwiebeln. So wächst die Zwiebel weiter, bis die Brutzwiebeln wieder auf den Boden kommen. Genauso wie die anderen Zwiebeln sind sie Fremdbefruchter, allerdings blühen sie selten. In der Kultur sind sie anspruchslos und winterhart und bleiben viele Jahre im Garten. Die Brutzwiebeln (Bulbillen) können vielseitig verwendet werden, zum Kochen und zum Einlegen. An den Standort stellen sie keine besonderen Anforderungen, zu viel Feuchtigkeit und Nässe tut ihnen nicht gut. Sie können auch in Töpfen kultiviert werden, was sie für Balkongärten interessant macht.

Samen ernten
Die Brutzwiebeln werden im August ausgelegt. Das erfolgt so, dass die Zwiebelhälse noch sichtbar bleiben. Im folgenden Jahr wachsende Brutzwiebeln werden geerntet, sobald sie braun zu werden beginnen. Dann werden sie noch nachgetrocknet und Bulbillen für die Saatgutbibliothek zur Seite gelegt.
Zwiebel Schalotten
Die aus dem Tiroler Unterland stammende Zwiebel Wagger wird an der LLA Imst seit 2015 vermehrt. Die Zwiebel hat einen intensiven Geschmack und ist weniger süß, als wir es von den modernen Sorten kennen.
Die Zwiebel gehört zu den sogenannten Familienzwiebeln. Sie bildet keine Blüten aus und kann daher nur über Steckzwiebeln vermehrt werden. Die Schalotte Laaer Rosa Lotte kommt, wie der Name schon andeutet, aus Niederösterreich. Auch sie ist eine traditionell verwendete Zwiebel und ist auf Grund ihrer Herkunft anspruchsvoller an das Klima. Wärme und trockene Bedingungen zur Abreife sind wichtig. Diese Steckzwiebeln sind sehr gut lagerfähig und die Vermehrung ist so etwas für Einsteiger. Ausgepflanzt kann im Frühjahr werden, sobald die Gartenarbeit beginnt. Es ist praktisch in Reihen anzubauen, wenn man Pflanzgut gewinnen will. Der Reihenabstand liegt bei 25cm. Beim Legen der Zwiebeln sollte man darauf achten, dass die Hälse noch aus der Erde schauen.

Samen ernten
Durch die Pflanzabstände in der Reihe kann die Größe der Bulben gesteuert werden. Für Pflanzgut wünscht man sich eher kleine Bulben, für die Küche dürfen die Zwiebeln durchaus groß sein. Geerntet wird im August in trockenen Witterungsphasen. Die Zwiebeln werden gestochen, zum Nachtrocknen am trockenen Boden oder, bei schlechten Witterungsbedingungen, in luftigen Kisten in Schuppen oder im Keller gelagert. Nach dem Abtrocknen werden die erdhaltigen Schalen abgeputzt und die Zwiebeln werden möglichst trocken und kühl, aber frostfrei gelagert. Zeitgerecht im Spätwinter freut sich auch die Saatgutbibliothek über neues Material.
Zwiebel Winterheckenzwiebel
Die Winterheckenzweibel ist eine sehr dankbare Begleiterin im Garten. Auch im Winter findet man bei ein bisschen Schutz einige frische Zwiebelblätter (Schloten). Die Zwiebel ist eine mehrjährige Zwiebel, die ähnlich wie Schnittlauch wächst. Die Vermehrung kann durch Teilung der Horste erfolgen (Eigenbedarf), da die Winterheckenzwiebel auch jedes Jahr blüht, kann sie auch über Samen vermehrt werden (Samenkreislauf der Saatgutbibliothek). Die Ansprüche der Winterheckenzwiebel an den Standort sind eher gering. Feuchtigkeit wird schlecht vertragen. Zu viel Regen und staunässe Böden sind für Zwiebeln nicht gut geeignet. Der Nährstoffanspruch ist gering. Gut geeignet sind Winterheckenzwiebeln für den Anbau im Kräutergarten.

Samen ernten
Die Winterheckenzwiebel blüht am Beginn des Sommers. Die weißen Dolden sind eine Bereicherung des Gartens und können auch genutzt werden. Eigentlich sollte man sich schon im Frühjahr geeignete Pflanzen für die Samenernte auswählen. An diesen werden weder Schloten noch Blüten geerntet. Die Zwiebel ist ein Fremdbefruchter. Im Hausgarten ud auf den Feldern ist es nicht erwünscht, dass die Zwiebeln zur Blüte kommen. Insofern ist die Gefahr einer Verkreuzung gering. Dennoch sollten die Zwiebeln mit Kulturschutznetzen oder Vlies überspannt werden. Zur Ernte sind die Dolden grau eingetrocknet und die dreieckigen Samen sind zu sehen. Die Dolden werden geschnitten, getrocknet, ohne dass Samen verloren gehen. Dan werden die Samen ausgeschüttelt und gereinigt. Die Lagerung erfolgt in Papiersäckchen, wovon ein Teil in die Saatgutbibliothek geht.